Noosa Heads – Maleny - Glasshouse Mountains (Qld)
(Montag, 29.6.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 24 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.
Nach dem wunderschönen Aufenthalt in "Noosa Heads" geht unsere Reise in Richtung Süden weiter. Unser nächstes Ziel sind die "Glasshouse Mountains", welche etwas landeinwärts liegen. Auf dem Weg dorthin machen wir bei einer Schweizer Käserei in "Maleny" kurz Halt. Die "Maleny Cheese" stellt hochwertigen Käse und andere Milchprodukte her, welche auf den einschlägigen Wettbewerben schon viele Auszeichnungen eingeheimst haben.
Die passähnliche Strasse steigt steil an und ist teilweise ziemlich schmal. Die Aussicht in Richtung Meer ist eindrücklich. Die Landschaft um "Maleny" hat gewisse Ähnlichkeit mit dem "Tableland", ist hügelig und sehr waldreich.
Weil heute ein relativer klarer Tag ist, können wir im Hintergrund sogar das Meer erkennen.
Eingangs "Maleny" weist ein unübersehbares Schild auf die "Maleny Cheese" hin.
Das Gebäude scheint relativ neu und modern eingerichtet zu sein.
Wir sind gespannt, was uns erwartet und ob Markus Bucher, der Inhaber, anwesend ist. Wir sollen ihm nämlich schöne Grüsse von unseren Verwandten Priska und Hans ausrichten. Wie es sich bald herausstellt, ist er zurzeit auf Urlaub.
Die "Show-Käserei" macht einen professionellen Eindruck. Eben ist die Joghurt -Maschine im Einsatz.
An der Theke stehen die verschiedenen Käsesorten zum Degustieren zur Verfügung. Die Käse schmecken alle hervorragend. Wir nutzen die Gelegenheit und kaufen uns einen Appenzeller- und einen Gruyerkäse, sowie ein paar leckere Joghurts.
Da gleich Lunchzeit ist, bestellen wir gleich noch zwei "Schweizer Raclettes". Leider sind die Sonnenplätze beschränkt. Wir können gerade noch zwei erhaschen, denn hier oben ist es doch ziemlich kühl und auch windig.

Das Raclette mit Kartoffeln, dekoriert mit Cornichon und Silberzwiebeln wird richtig heiss serviert und schmeckt uns ausgezeichnet, ein echtes "Schweizer Raclette" eben :-)
Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich der "Glasshouse Mountains Lookout". Die Aussicht auf die neun ehemaligen Vulkane ist grandios.
Die vier markantesten Berge heissen "Coonowrin", "Beerwah", "Ngungun" und "Tibrogargan". Der "Mount Beerwah" ist mit 738 m.ü.M. der Höchste der Vulkanpfropfen. Das ganze Gebiet ist als Nationalpark ausgeschieden und enthält verschiedene Wanderwege. Wir bevorzugen diesmal den Aussichtspunkt, welcher auch ziemlich stark besucht ist. Leider verschwinden die Berge etwas im blauen Dunst, der über der Ebene liegt.

Etwas verwundert sind wir von der eben erst erstellten riesigen Villa direkt an der Bergkante unterhalb des "Lookouts". Gerade schön fürs Auge ist dieses Anwesen mit dem an sich tollen Hintergrund nicht. Ein armer Mann hätte hier wohl kaum bauen dürfen.
Wir verlassen diesen schönen Ort und reisen weiter bis nach "Glasshouse Mountains", wo wir übernachten wollen.
Campingplatz "Glasshouse Mountains Holiday Village":
Nun folgt leider unser grösster Fehler bei der Campingplatzauswahl seit Anfang unserer Australienreise. Nachdem wir uns in zwei unabhängigen Campingführern über geeignete Campingplätze in den "Glasshouse Mountains" informiert haben, entschliessen wir uns für das "Glasshouse Mountains Holiday Village". Der Preis ist mit A$ 25.00 pro Nacht für eine "Powered Site" angegeben. Normalerweise werfen wir bei unserer Ankunft vorher einen kurzen Blick auf den Campingplatz, diesmal bedauerlicherweise nicht.
Als der Mann für eine Nacht A$ 35.00 verlangt, sind wir zwar überrascht, denken uns aber vorerst nichts dabei. Vielleicht ist es ein super Platz. Doch dann kommt das böse Erwachen. Unsere Parzelle Nr. 66 liegt in einer abhaldigen Wiese. 
Die Plätze sind grösstenteils weder begradigt, noch weisen sie eine Betonplatte auf. Auch auf die Umgebung und Bepflanzung wird hier anscheinend keinen Wert gelegt. Einzige Ausnahme bilden die Parzellen-Versorgung (Strom, Frisch- und Abwasser) sowie die Sanitäranlagen, welche soweit akzeptabel sind. Im übrigen schaut der ganze Campingplatz relativ ungepflegt aus. 
Hinzu kommt, dass zwei Drittel der Plätze von Dauercampern fest belegt sind. Viele davon stehen zum Verkauf angeschrieben. Warum wohl?

Der angrenzende Platz für Zeltler gleich hinter uns, gleicht eher einer Dreckhalde, als einer "Camp Area". Wieviel diese wohl dafür bezahlt haben mögen? "Unpowert Sites" sind hier nämlich nur unwesentlich günstiger, als solche mit Strom.

Etwas entgeistert kehren wir zur Rezeption zurück und fragen, warum der Preis so hoch sei und verweisen auf unsere aktuellen Unterlagen vom Jahre 2009. Der Mann erklärt uns, dass im Dezember 2008 der Besitzer gewechselt habe und der Preis sodann angehoben worden sei. Der neue Besitzer ist das "Governement of Queensland!" Wir sind fassungslos und verlangen sofort unser Geld zurück, denn der Platz rechtfertigt den hohen Preis auf keinen Fall. "No Refunds", lautet die kundenunfreundliche Antwort des Mannes. Kein Kommentar unsererseits. Wir sind zum ersten Mal richtig enttäuscht. Hier stimmt die Preis-Leistung absolut nicht. Zum Glück haben wir nur für eine Nacht bezahlt.
Klares Fazit: Wir können von diesem Campingplatz nur abraten. Es ist gelinde gesagt eine Frechheit, was hier mit den Campinggästen getrieben wird. Hierauf gibt es wirklich nur eine Antwort: Hände weg von diesem Campingplatz.
Glasshouse Mountains - Redcliffe (Qld) (Dienstag, 30.6.2009)
Wetter: schön / Temp.: 22 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Zum ersten Mal sind wir froh, dass wir in unserem Büssli essen können und diese lieblose Umgebung nicht anschauen müssen. Mit einem unguten Gefühl und beinahe fluchtartig verlassen wir diesen Campingplatz bereits kurz nach acht Uhr und fahren wieder zur Küste zurück. Von "Redcliffe" aus, das ca. 40 km nördlich von Brisbane liegt, wollen wir eine "Whale Watching Tour" unternehmen.
In "Redcliffe" buchen wir zunächst die Tour bei "Brisbane Whale Watching". Die Vorsaisonpreise sind leider nicht mehr aktuell und so bezahlen wir eben den doppelten Hauptsaisonpreis, denn dieses einzigartige Schauspiel wollen wir uns nicht entgehen lassen. Von diesem Pier aus werden wir morgen um 09.30 Uhr starten und hoffen, dass wir ein weiteres tolles Erlebnis, diesmal mit den Walen mit nach Hause nehmen können.
Anschliessend gehen wir auf Campingplatzsuche und diesmal artet es tatsächlich in eine Suche aus. Beim ersten Campingplatz "Scarborough Holiday Village" sind sämtliche Plätze besetzt. Wir können es kaum glauben, da wir bereits um zehn Uhr dort eintreffen. Wir fahren auf die andere Seite von "Redcliffe", wo sich gleich zwei Campingplätze nebeneinander befinden.
Unglaublich, aber wahr, bei beiden Campingplätzen steht auf der Eingangstafel "No Vacancies". Trotzdem fragen wir beim "Bramble Bay Caravan Park" nach, ob doch noch für zwei Nächte etwas frei wäre. Nach langem Überlegen erklärt uns die nette Frau, dass sie uns eventuell entlang des umgebenden Zauns eine "Power Site" geben könnte, falls unser Campervan nicht zu gross sei. Wir schauen uns den Platz an. Glücklicherweise ist unser Büssli so klein, dass der Platz für uns genügt. Wir sind happy und erhalten erst noch einen Spezialpreis :-)
Dieser relativ einfache Campingplatz gefällt uns trotz unseres bescheidenen Platzes wesentlich besser, als der gestrige. Alleine schon durch die gefällig Bepflanzung spürt man, dass der Inhaber um das Wohl der Gäste besorgt ist.
"Redcliffe" besitzt eine gefällige Promenade mit Cafés und Shops, die zum Bummeln einlädt.


Uns dient "Redcliffe" vor allem als Sprungbrett für die "Whale Watching Tour". Nach einem Lunch bei "Sizzler's", ziehen wir uns auf unser kleines Plätzchen auf dem Campingplatz zurück und geniessen die laue Nachmittagssonne.
Bei Sonnenuntergang spazieren wir noch etwas der Strandpromenade entlang, welche direkt vor dem Campingplatz liegt.
Dieser etwa 15 km lange Strandweg bietet sich als Joggingstrecke geradezu an. Idealer geht's nun wirklich nicht.
Gleich gegenüber, auf der anderen Seite der Bucht, können wir in der Ferne die Skyline von "Brisbane" erkennen.
Wir haben heute aufgrund unserer jüngsten Erfahrungen mit Campingplätzen telefonisch eine "Powered Site" auf dem zentralen Campingplatz "Newmarket Gardens Caravan Park" reserviert. Aus Fehlern lernt man ;-) Wir hatten in "Melbourne" schon einmal Platzprobleme und mussten/durften für eine Nacht in einem "Bungalow" wohnen.
Wir geniessen den wunderschönen Sonnenuntergang auf einer Sitzbank im Park. Die Welt ist für uns wieder in Ordnung :-)
Redcliffe – Whale Watching Tour (Qld) (Mittwoch, 1.7.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 25 Grad / Wind: 4 – 5 Bf.
Wir starten unsere heutige Joggingtour bis zur südlichsten Ecke von "Redcliffe" mit einem märchenhaft schönen Sonnenaufgang. Um es gleich vorne weg zu nehmen, der heutige Tag wird einer der Eindrücklichsten werden, seit wir auf unseren "Trip around Australia" sind.

Wir fahren beizeiten ins Zentrum von "Redcliffe" hinein, um keine Parkplatzprobleme zu bekommen, denn die Ganztagesplätze vis-à-vis des Polizeigebäudes sind beschränkt. Wir haben noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang entlang der Hafenpromenade.
Unsere Kreuzfahrt mit dem schnellen Motorkatamaran "Eye Spy" zur "Moreton Bay" umfasst einen grosszügigen "Lunch" sowie einen "Morning and Afternoon Tea" mit Snacks, Tee und Café.
Unser reizender "Captain Kerry Lopez" ist die einzige Frau, welche im Südpazifikraum eine "Whale Watching Tour" führt.
Die "Eye Spy" ist 30 m lang und erst 7 Jahre alt. Sie besitzt eine moderne Infrastruktur mit genügend WCs, bequemen gepolsterten Sitzplätzen im Innenraum und genügend Platz auf den drei Decks, ohne dass sich die Fahrgäste gegenseitig auf die Füsse zu treten brauchen.
Die fleissige Crew, bestehend aus einer Frau und fünf Mann, ist um das Wohl und die Sicherheit der Gäste besorgt.
Nachdem alle Gäste auf Deck sind, kann's losgehen. Leinen los!
Souverän steuert unser Kapitän das Schiff vom Pier weg aufs offene Meer.
Mit 30 Knoten brausen wir in Richtung "Moreton Island" los.
Noch sind wir alle gespannt, was uns heute erwartet.
Bald einmal wird der sogenannte "Morning Tea" serviert.
Die See ist zurzeit noch relativ ruhig. Für heute sind 20 Knoten Wind vorhergesagt. Es kann also noch ganz schön rau werden, sobald wir aus der Abdeckung des "Moreton Island" gelangen. In der Ferne können wir im blauen Dunst gerade noch die "Glasshouse Mountains" wahrnehmen. Sie schauen von hier aus tatsächlich wie Glashäuser aus.
Allmählich entschwindet das Festland am Horizont und der Wind nimmt zu.
Wir fühlen uns pudelwohl; aber das ergeht längst nicht allen so. Einige Gäste sind mittlerweile etwas bleicher im Gesicht geworden und sitzen merkwürdig vornübergebeugt an der Reling. Die "Crew" verteilt plötzlich so komische Papiertüten. Tja, und dann geht's los. Etliche sind Seekrank geworden und müssen sich übergeben. Die Mannschaft hat alle Hände voll zu tun, das Erbrochene laufend von Deck zu wischen. Wir entfliehen aufs oberste Deck, wo sich anscheinend nur gestandene Seeleute aufhalten. Nach 30/20 Jahren Windsurfen zählen wir uns auch dazu :-)
Im Schutze des vorgelagerten Riffes von "Moreton Island" geraten wir wieder in ruhigere See. Die Lage entspannt sich, aber nur vorübergehend.

Wir bestaunen die weissen Sandstrände und riesigen Sanddünen der unbewohnten Insel, welche als Nationalpark ausgeschieden ist. "Moreton Island" besitzt mit dem 280 m hohen "Mount Tempest" einen der höchsten Sandhügel der Welt. Kurzzeitig sichten wir sogar noch ein paar Delphine, die aber leider rasch wieder entschwinden.

Wir fahren "Backbord" um die Insel herum und geraten allmählich aus der Abdeckung wieder in die offene Dünung. Die Welle hat mittlerweile zwei Meter Höhe erreicht und unser Schiff bewegt sich wie in einer schlingernden Achterbahn. Die von der Seekrankheit geplagten Gäste können das nun folgende Naturschauspiel kaum mehr so richtig geniessen. Plötzlich ruft der "Captain": "Wale Richtung 11 Uhr in Sicht!" Alle Blicke wandern gespannt in diese Richtung und tatsächlich erleben wir unseren ersten Walkontakt. Die typische Fontäne beim Luftholen ist deutlich erkennbar.
Die faszinierenden "Humpback Whales" kommen bei ihrer Wanderung zur und von der "Antarktis" bei der "Moreton Bay" vorbei. Man schätzt, dass alljährlich etwa 14'000 Whale der australischen Ostküste entlang von Süden nach Norden und im Laufe des Septembers/Oktobers wieder zurück in Richtung "Antarktis" wandern. Unser "Captain" gibt sich alle Mühe, uns rechtzeitig auf weitere Wale aufmerksam zu machen.

Bald einmal erkennen die Fahrgäste selbst, wo jeweils ein Wal auftaucht. Es werden immer mehr und sie kommen auch immer näher an unser Schiff heran.

Ganze Gruppen begleiten uns einmal links, einmal rechts des Schiffes. Es ist ein absolut faszinierendes Erlebnis, diesen grössten aller Tiere so nahe zu sein.

Eigentlich dürfen Schiffe nicht näher als 40 m an die Wale heranfahren. Da Wale aber neugierige Tiere sind, kommen sie von selbst in die Nähe der Schiffe, um zu schauen was los ist.

Ab und zu machen sie auch grosse Sprünge gerade in den Himmel und lassen sich seitwärts ins Wasser fallen. Ein solches Ereignis auf ein Foto zu bannen, gelingt mir leider nicht, da dies meist unerwartet und an einem unbestimmten Ort geschieht.
Sandra und Frank aus dem deutschen Radebeul haben die selbe Tour gemacht wie wir. Sie hatten, wie die folgende Fotoserie zeigt, ein etwas glücklicheres Händchen, als wir.



Die Schwanzflosse ist ein typisches Merkmal der Wale.


Wenigstens 30 der 14'000 Whale, die hier pro Jahr durchwandern, haben wir heute gesehen :-) Die grösste Anzahl dieser faszinierenden Säugetiere wird erst in ca. einem Monat auf der Höhe von "Brisbane" sein. Darauf können wir leider nicht warten.


Wie wenn sie "Goodbye" sagen würden, winken sie uns mit der Seitenflosse zu.

Wir sind total glücklich und zufrieden, dass wir so etwas Grossartiges und Aufregendes erleben durften.

Entspannt treten wir die stündige Rückfahrt in den Hafen von "Redcliffe" an, vorbei an den imposanten Sanddünen von "Moreton Island".


Es war eine gute Entscheidung, die "Whale Watching Tour" von "Redcliffe" aus zu starten und wir hatten ein riesen Glück, dass die Wale dieses Jahr so früh dran sind. Der heutige Tag ist in jeder Hinsicht ein weiteres Highlight unserer Australien Reise.
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Montag, 29. Juni 2009
Brisbane IX (QLD) (im Campervan)
Kategorien (Labels):
Australien
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