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Dienstag, 17. Februar 2009

Melbourne (VIC) - Adelaide (SA) I (im Campervan)

In Anglesea (Dienstag, 17.2.2009)
Wetter: schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.

Am Morgen entdecken wir unweit von uns einen seltsamen Wohnanhänger. Es schaut wie ein Haus auf Rädern aus.

Bevor wir weiterfahren, schauen wir noch kurz beim "Kea-Depot" am Stadtrand von "Melbourne" vorbei. Wir haben Probleme mit dem Kühlschrank, weil die Türe nicht richtig abdichtet. Eine von uns provisorisch angebrachte Schaumstoffdichtung hat nicht viel gebracht.

Die Servicearbeiten haben doch zwei Stunden gedauert. Als nächstes machen wir beim Adventure- und Outdoor-Shop "Anaconda" in "Geelong" Halt. Dieser Shop scheint fast noch grösser zu sein, als derjenige in "Sydney". Wir kaufen uns noch ein paar Kleinigkeit und für mich einen Sonnenhut. Der sonnenschützende Australienhut ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und nicht so mein Ding.

Ich habe mich nun für einen normalen Sonnenhut mit Krempe entschieden.

Wir fahren heute nur bis "Anglesea" und steuern dort den "Anglesea Beachfront Family Caravan Park" direkt am Meer an.

Der Campingplatz liegt sehr idyllisch. Auf der einen Seite befindet sich das offene Meer mit den typischen Klippen entlang der "Great Ocean Road".

Auf der anderen Seite grenzt der Platz direkt an einen kleinen "Inlet" mit Sandstrand.

Es muss nicht immer ein Sonnenuntergang über dem Meer sein. Auch in den goldfarbenen Himmel getauchte Bäume haben ihren Reiz.


The Great Ocean Road (Mittwoch, 18.2.2009)
Wetter: schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.

Die "Great Ocean Road" ist eine fantastische Küstenstrasse mit unendlich vielen Fassetten. Sie ist über 300 km lang und gehört mit den 12 Aposteln zu den eindrücklichsten Küsten der Welt.

Eigentlich beginnt sie schon in "Torquay", also 15 km vor "Anglesea" wo wir übernachtet haben und reicht bis nach "Warrnambool". Gleich hinter dem Campingplatz haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den ersten Teil der eindrücklichen Steilküste.

Irgendwann fahren wir dann durch das offizielle Tor zur "Great Ocean Road", welches bei der Gedenkstätte der Erbauer erstellt wurde.

Eine Traumbucht reiht sich an die Nächste. Wir sind begeistert.


Weil die Gegend hier sehr touristisch ist, findet man am Strassenrand häufig dieses Hinweissschild.

Zwischendurch entfernt sich die Strasse von der Küste und führt ca. 25 km weit durch einen Nationalpark mit Urwald und Tannenwäldern.

Dazwischen fahren wir durch Landwirtschaftszonen. Hier treffen wir wieder auf ähnliche Bilder, wie im Osten von "Melbourne", ausgetrocknete Wiesen und dürstende Rinder.


Dann endlich bei "Princetown" gelangen wir wieder ans Meer. Der Anblick, der sich uns hier bietet, ist einfach fantastisch. Der Beginn der berühmten Steilküste mit denn 12 Aposteln liegt vor uns.


Von den 12 Aposteln sind bereits einige eingestürzt, vom Meer im Laufe der Jahrtausende unterspült. Wir sind vom Anblick überwältigt.


Die Beleuchtung der Apostel ist heute Nachmittag allerdings nicht ideal, da die Sonne vom Land her scheint. Wir beschliessen in "Port Campbell" den einzigen Campingplatz aufzusuchen, den "Port Campbell Holiday Park" und am nächsten Morgen beizeiten die von der Morgensonne beleuchtete Steilküste nochmals zu besuchen.

Als wir ins kleine "Port Campbell" einfahren, ist es wie Liebe auf den ersten Blick. Es ist ein richtig "schnüsiges" Dörflein, um einen Hügel herum gebaut, an einer Bucht liegend, mit "Inlet" und Sandstrand.


Auch der Campingplatz ist voll nach unserem Geschmack, so dass wir beschliessen zwei Tage hier zu bleiben. So können wir in aller Ruhe die wunderbare Küste erkunden.

Wir platzieren unseren Campervan so, dass wir das gratis Internet auf dem Platz gut empfangen können. Ihr habt richtig gelesen. Es ist der erste gratis Internetzugang den wir in Australien antreffen. Auch sonst macht der Platz einen sehr guten Eindruck.

Nachdem wir uns installiert haben, erkunden wir, wie üblich, das Dorf. Wir finden gleich was wir suchen, eine gemütliche Icecream-Café-Bar an der Haupteinkaufsstrasse.

Bei der Einmündung zur Bucht ist es scheinbar ideal zum Surfen. Die Welle bäumt sich hier besonders schön.


Anita nimmt noch ein kurzes Bad im Meer. Das Abendessen geniessen wir in der angenehmen Abendsonne vor dem Büssli.


Walking along the Cliffs (Donnerstag, 19.2.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.

Es ist ziemlich frisch heute Morgen. Das Thermometer zeigt lediglich 11 Grad an, ein neuer Tiefenrekord auf unserer Reise. Wir stehen heute etwas früher auf als sonst, denn wir wollen rechtzeitig mit dem Sonnenaufgang über den 12 Aposteln an der Küste sein. Das Frühstück verschieben wir auf später.

Beim grossen Lookout im "Port Campbell National Park" sind wir trotz früher Stunde nicht allein. Die grossen Japaner- und Chinesen-Busse werden aber erfreulicherweise erst viel später eintrudeln. Wir können die traumhaft schöne Morgenstimmung entspannt geniessen. Die Sonne geht bereits über dem Land auf. Im Juni würde sie noch etwas spektakulärer aus dem Meer auftauchen.


Mit der aufgehenden Sonne verändert sich auch die Landschaft unaufhörlich. Aber lassen wir doch einfach die Bilder sprechen.



Noch ist die morgendliche Kälte des Landwindes deutlich zu spüren, wie ihr unschwer an unserer Kleidung ablesen könnt.

Zum Frühstücken fahren wir wieder zum Campingplatz zurück wo die Sonne inzwischen gehörig aufgeheizt hat.

Anschliessend fahren wir zur "Loch Ard Gorge Area", einem weitläufigen Gebiet mit Dutzenden von Aussichtspunkten. Es ist übrigens wegen der brüchigen Cliffs strengstens verboten, die ausgeschilderten "Walks" zu verlassen.

Die bizarre Landschaft ist wirklich atemberaubend schön. Beinahe ehrfürchtig stehen wir vor den riesigen Gesteinsmassen mit den vielen Fjorden, die das Meer hier in die relativ weichen Felsmassen geschlagen hat.


Die Formen verändern sich hier andauernd und zwar wegen des weichen Gesteins nicht in Jahrtausenden, sondern bereits in Jahrhunderten oder gar in Jahrzehnten, wie auf den Merktafeln zu lesen ist. Von den zwölf Aposteln stehen zurzeit nur noch acht.


Durch die immense Brandung des Südpazifik wird die Küste richtiggehend zerzaust.


Das Meer hat hier buchstäblich einen Tunnel gegraben und am Ende ein riesiges Loch hinterlassen, das mit der Flut immer wieder gefüllt wird.

Teilweise entstehen dabei fast menschliche Formen, wie dieser Doppelturm mit Hut, der ausschaut, wie siamesische Zwillinge.


Die Geburt solcher Türme geschieht meistens dadurch, dass unterspülte Bogen (Archies) einstürzen und der übrigbleibende Rest im Meer stehen bleibt, bis er vom Meer ebenfalls wieder abgetragen wird.


Besonders eindrücklich ist dieser Fjord mitten in den Cliffs mit einem grossen Sandstrand. Wie dieser in der Grösse und Dicke entstanden ist bleibt uns ein Rätsel.



Nach vier Stunden haben wir alle "Walks" abgelaufen. Wir fahren zurück ins Dorf. Bei der "Timboon Icecream Bar" von gestern machen wir Halt und geniessen den Cappuccino zusammen mit einer feinen Gelati. Die haben wir uns redlich verdient :-)


In Portland (VIC) (Freitag, 20.2.2009)
Wetter: bewölkt bis heiter / Temp.: 25 Grad / Wind: 3 - 5 Bf.

Der "Port Campbell Walking Track" führt 2,2 km der Küste entlang, hoch über den Klippen, teils durch Buschland, teils mit wunderbarer Aussicht auf das Dorf und die ganze Küstenlinie.

(Zur Vergrösserung bitte aufs Bild klicken...)

Es ist eine der schönsten Joggingstrecken, die wir bis jetzt kennengelernt haben. Was heute Morgen leider etwas fehlt, ist die aufgehende Sonne.


Die Aussicht vom "Walking Track" auf "Port Campbell" und insbesondere den Campingplatz ist super. Von hier aus sieht man auch das kleine "Inlet", an welchem der tolle Platz liegt.


Wir fahren heute weiter entlang der "Great Ocean Road" bis nach "Portland". "The London Bridge" ist eine natürliche Brücke gewesen, verbunden mit dem Festland. 1990 ist die Verbindung leider eingebrochen, so dass nur noch der ein "Archie" zu sehen ist.

Glücklicherweise ist dabei niemand zu Schaden gekommen. Zwei Touristen konnten mit dem Helikopter auf dem verbleibenden Stück noch gerettet werden.

Die "Grotta", ein paar Kilometer weiter, ist ebenfalls ein vom Meer ausgewaschenes grosses Loch mit Tunnelverbindung zum Meer.


"The Bay of Martyrs" schaut mit dem vielen Türmen ähnlich aus, wie die 12 Apostel, nur ist diese nicht so berühmt.

Bis "Portland" gibt es nichts Sehenswertes mehr, so dass wir durchfahren, abgesehen von einem McCafé- und Tankstellen-Stop.

Reifendruck messen in Australien:
In Australien wird der Reifendruck in PSI gemessen. Die Lufttanksäulen funktionieren automatisch und sind sehr komfortabel. Zuerst stellt man an der Säule den gewünschten Luftdruck in PSI ein. Dann klemmt man den Schlauch an das Ventil des Reifens an. Der Pumpvorgang startet dann automatisch, sofern der eingestellt Luftdruck nicht schon übereinstimmt. Sobald der Reifen den gewünschten Luftdruck erreicht hat, ertönt ein Piepston und man kann den Schlauch an den nächsten Reifen anschliessen.

Wichtig: Der gewünschte Luftdruck muss immer vor dem Anklemmen an das Ventil eingestellt werden!

In "Portland" steuern wir den Campingplatz "Clarement Tourist Park" an, wo wir als "Kea Campers" 10% Rabatt erhalten. Der Platz liegt inmitten eines Eukalyptuswaldes und soll zurzeit auch eine Koala-Familie beherbergen. Kaum sind wir ausgestiegen, geht Anita mit ihrem Feldstecher auf Koala-Suche :-)

Der Platz verfügt insgesamt über eine gute Infrastruktur. Selbst ein offener Gasgrill ist vorhanden.

"Portland" selbst ist ein australisch typisches Kleinstädtchen am Meer mit einer Ladenhauptstrasse mit vielen Shops und auch einem "Saveway-Supermarket".

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wow, eure Photos sind wieder einmal absolut kalenderreif. So traumhaft haben wir die Great Ocean Road nicht in Erinnerung. Bei uns hatte es geregnet und es war relativ kühl. Vielen Dank für die spannenden Berichte und die schönen Photos.
Liebe Grüsse, ich freue mich schon auf euren nächsten Bericht,
Marion


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