In Port Lincoln (SA) (Samstag, 28.2.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.
Wir stehen meistens früh auf, um das Erwachen des Tages mit dem Sonnenaufgang zu geniessen.

Unsere heutige Etappe bis "Port Lincoln" ist ca. 340 km weit und verläuft mehrheitlich nicht entlang der Küste, sondern durch Busch- und Getreideland. Die unendliche Weite ist für uns, die wir sozusagen aus dem Bergland kommen, immer besonders eindrucksvoll.
Auch die langen Geraden der Strassen fesselt einen immer wieder.
Wenn man am Horizont die Strasse in einer Baumschlucht verschwinden sieht, ahnt man, dass die schnurgerade Strasse noch viel weiter reicht.
Nach "Port Augusta" fahren wir an riesigen Erzvorkommen vorbei, die anscheinend im Tagbau gefördert werden.

Dann folgen wieder unvorstellbare lange Geraden durchs Niemandsland.
Nach fünf Stunden Fahrt haben wir es geschafft und beziehen auf dem "Port Lincoln Tourist Park" eine schön gelegene Parzelle, direkt an der "Boston Bay".
Direkt am Campingplatz vorbei, entlang der gesamten "Bay" verläuft der x Kilometer lange "Parnkalla Trail", d. h. man kann stundenlang der Küste entlang laufen.
Bei unserem Abendspaziergang sehen wir am Ufer den Fischern zu, wie sie die eben gefangenen Fische ausnehmen und filetieren.
Die Pelikane und Möwen stürzen sich gierig auf die Fischabfälle.
Auch die "Parrot Lorikeet" verspeisen ihr Abendmahl in den Bäumen.
Diese Papageienart verfügt über ähnliche Flugkünste, wie die Kolibris. Sie können mit Hilfe des Windes praktisch in der Luft schweben.
Auf dem "Parnkalla Trail" in Port Lincoln (SA) (Sonntag, 1.3.2009)
Wetter: bedeckt / Temp.: 23 Grad / Wind: 3 – 4 Bf.
Der Sonnenaufgang über dem Meer fällt heute spärlich aus. Nur gerade ein handbreiter goldener Streifen wird am Horizont sichtbar. Anschliessend verschwindet die Sonne praktisch für den ganzen Tag hinter der Wolkendecke. Die zahlreich versammelten "Galahas" auf der Freileitung kümmert dies wenig. Sie sind wie immer um diese Zeit mit der Morgentoilette beschäftigt und zwitschern dabei vergnügt: "Alle Vögel sind schon da...", oder so ähnlich.
Auf dem Notenbalken fehlt nur noch der G-Schlüssel :-)
Die "Boston Bay" hätte bei blauem Himmel bestimmt schöner ausgesehen.
Wir laufen dem gut markierten Trail entlang bis zum Getreidehafen.
Getreide ist in dieser Gegend ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die riesigen Frachter werden aus den Getreidesilos versorgt, wo das Korn zwischengelagert wird.

Auf dem Hafengelände halten sich viele Fischer auf und ein Seehund wartet geduldig auf eventuelle Fischabfälle.
Gleich dahinter beginnt die Uferpromenade von "Port Lincoln" mit einem weiten Sandstrand. Von Badewetter ist heute allerdings keine Rede. Wir sind hier beinahe alleine unterwegs.
Auf dem Flinders HWY nach Ceduna (SA) (Montag, 2.3.2009)
Wetter: Regen bis sonnig / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Der Sonnenaufgang über der "Boston Bay" ist trotz Wolken wunderschön.

Wir fahren heute ca. 400 km entlang der Küste bis nach "Ceduna". Auf dem "Flinders Highway" herrscht nur spärlicher Verkehr, weil die meisten die "Eyre Peninsula" auf dem kürzeren und besser ausgebauten "Eyre HWY" durchqueren.
Wir durchfahren die urtümliche Landschaft über endlose Geraden, die sich am Horizont verlieren.
Ab und zu kommt uns ein einzelnes Fahrzeug entgegen. Wir fühlen uns doch etwas einsam, denn es sind immerhin 180 km bis nach "Elliston", dem nächsten Dorf, für schweizerische Verhältnisse eine riesen lange Strecke.
Wir kommen an diversen Seen vorbei. Viele sind inzwischen ausgetrocknet, so auch der "Lake Greenly".

Auch der "Lake Hamilton" hat nur noch wenig Wasser.
Diese Steppenseen sind total vom lokalen Regen abhängig. Es regnet im Moment zwar etwas, aber dies ist eben nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Hier müsste es monatelang regnen, bis das Wassermanko wieder einigermassen ausgeglichen wäre.
Obwohl wir der Küstenstrasse folgen, sehen wir vom Meer herzlich wenig. Die Küste ist hier sehr wild und bizarr, aber menschenleer. Bei einem "Lookout" machen wir einen kurzen Halt.
Wir wechseln uns gegenseitig beim Fahren ab, denn diese eintönige Strecke ermüdet doch merklich.
In "Streaky Bay", nach 290 km, machen für einen kurzen Lunchhalt.
Anschliessend nehmen wir die letzten 110 km bis "Ceduna" unter die Räder. Ein Autostopperin müsste hier ziemlich viel Geduld aufbringen.
Die Vegetation beginnt hier wieder allmählich üppiger zu werden.
"Ceduna" ist das letzte grössere Dorf vor der unendlichen grossen "Nullarbor Plain". Hier steuern wir den "BIG4" Campingplatz "Ceduna Tourist Park" an. Dieser liegt ziemlich zentral und besitzt WLAN von NET4, von dem wir noch eine Prepaid-Karte besitzen.
Das Dorf selbst bietet für Touristen nicht allzu viel, ausser ein paar Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen. Dies ist allerdings von Bedeutung, denn die nächst grössere Agglomeration "Norseman" liegt 1194 km weit im Westen.
Auch wir benützen die Gelegenheit den Dieseltank, den Wassertank und die Gasflasche aufzufüllen.
In Ceduna (SA) (Dienstag, 3.3.2009)
Wetter: Regnerisch bis heiter / Temp.: 25 Grad / Wind: 6 – 8 Bf.
Die ganze Nacht hindurch hat es teilweise kräftig geregnet, ein wahrer Segen für diese Gegend. Das Thermometer zeigt heute Morgen nur noch 20 Grad an und es ist sehr windig. Wir nehmen unser Frühstück ausnahmsweise in unserem Büssli ein.
Unser Campingnachbar scheint im Bestattungsgewerbe tätig zu sein. Seine beiden Wagen sind jedenfalls in dezentem Schwarz gehalten, was für diese Gegend eher unüblich und wegen Verschmutzung und Sonnenschutz nicht unbedingt zweckmässig ist.
Das Wetter für die Fahrt durch die "Nullarbor Plain" ist heute nicht eben ideal. Wir wollen die Schönheiten dieser Gegend ja geniessen können. Wir genehmigen uns deshalb einen Ruhetag und nutzen ihn für die detaillierte Routenplanung und zum Vervollständigen unserer Vorräte. Andererseits müssen wir mit den Früchten und dem Gemüse zurückhaltend sein, denn wir werden ja innerhalb dieser Strecke bei "Border Village" die Staatsgrenze von "South Australia" nach "West Australia" überqueren.
Am Nachmittag wird es wieder sonniger. Unser Spaziergang entlang der Uferpromenade währt jedoch nur kurz. Uns weht ein heftiger Wind mit bis zu 8 Bf. entgegen, und obwohl die Sonne scheint, gibt es hin und wieder kurze, heftige Regenschauer.
Das ganze "Inlet" ist voller Schaumkronen. Mit dem 3,5 m2 Segel wären wir auf unseren Surfbrettern gut unterwegs ;-)
Beim Abendspaziergang spendiert uns die Sonne zusammen mit dem schäumenden Meer noch eine tolle Abendstimmung.

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Samstag, 28. Februar 2009
Adelaide (SA) - Perth I (WA) (im Campervan)
Kategorien (Labels):
Australien
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1 Kommentar:
Hallo ihr zwei, ihr kommt aber schnell voran. Kann in Gedanken kaum folgen. Vielen Dank für die lustigen Geburtstagsgrüsse verschiedenster Art. Habe mich riesig gefreut, vor allem auch über das gesungene MMS gemeinsam mit Jacky. Bei uns ist es jetzt auch schon fast Frühling geworden, vor allem was die Temperaturen betrifft. Der Schnee schmilzt jedoch nur spärlich, leider. Wir wünschen euch eine gute Weiterreise und freuen uns wie immer auf die nächsten Berichte. Ganz liebe Grüsse von Marion, Günter, Cristina, Olivia, Florin und Sheilo
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