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Donnerstag, 12. Februar 2009

Sydney - Melbourne IV (im Campervan)

In Inverloch (Donnerstag, 12.2.2009)
Wetter: regnerisch bis schön / Temp.: 23 Grad / Wind: 5 - 6 Bf.

Es hat die ganze Nacht hindurch stark geregnet. Wir sind nicht die Einzigen, die zusammenpacken. Unser nächstes Ziel "Inverloch" liegt 280 km weiter südwestlich vom jetzigen Standort am "Anderson Inlet". Das Wetter soll dort wieder sonniger und wärmer sein.

Je weiter wir nach Süden vorstossen, umso besser wird das Wetter. Die Strassen verlaufen zum Teil schnurgerade durch den Busch.

Wir fahren bereits durch erste kleinere "Bushfire-Abschnitte". Es riecht immer noch nach Verbranntem. Ein seltsames Gefühl steigt in uns hoch. Wie es wohl weiter im Landesinnern aussehen mag?

Erstaunlich ist für uns, wie schnell sich die Natur hier von älteren "Bushfires" her wieder erholt hat. Die Eukalyptusbäume überleben scheinbar auch grössere Brände und stehen wenig später wieder im vollen Grün. Nur die schwarze Rinde zeugt noch von der Katastrophe.


Unterwegs möchte Anita noch die katholische Kirche "St Mary's" in "Bairnsdale" anschauen. Das Innere, der 1913 erbauten Kirche, soll besonders schön sein.


Was für eine glückliche Fügung, gleich neben der Kirche befindet sich "McDonnald's" mit einem "McCafé".

In "Inverloch" lassen wir uns auf dem "Inverloch Foreshore Camping" nieder. Dieser naturverbundenen Platz gehört der Gemeinde und bietet gerade mal das Nötigste, ist aber wunderschön angelegt, gepflegt und sauber. Was uns besonders gefällt: er liegt direkt am "Inlet", nur durch eine Sanddüne vom Wasser getrennt.

Ein paar Schritte über die Düne und das traumhafte "Inlet" liegt vor uns.

Anita hält mit ihrem Fernglas gerade Ausschau nach ein paar Vögeln. Beobachten von Vögeln und anderen Tieren ist zu ihrem neuen Steckenpferd geworden.

Ein paar Windsurfer und Kiter geniessen den tollen Sideshorewind (5-6 Bf).

Die Verhältnisse für diesen Sport sind hier geradezu ideal. Man kann mit dem Auto direkt ans Ufer fahren und dort angenehm auf einer angrenzenden Wiese aufriggen. Ganz in der Nähe befinden sich erst noch Duschen.

Wer Lust hat, kann seine Schläge ausdehnen und auch aufs offene Meer hinaussurfen.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Aus diesem Grund essen wir heute Abend beim Chinesen. Eingeweihte wissen, was wir meinen :-)

Als krönender Abschluss dieses Tages erleben wir unseren ersten Sonnenuntergang über dem Meer, seit wir mit unserem Büssli auf Tour sind.




Das Inlet von Inverloch (Freitag, 13.2.2009)
Wetter: schön / Temp.: 25 Grad / Wind: 6 - 7 Bf.

Wir haben trotz vollem Magen gut geschlafen, denn auf diesem Campingplatz ist es sehr ruhig. Unsere heutige Joggingstrecke führt uns zuerst durch den ewig langen Campingplatz und mündet dann in einen gut präparierten Treckingpfad durchs Naturschutzgebiet.

Im hinteren Teil des Platzes hat sich eine umfangreiche Jugendgruppe mit bestimmt über 100 Personen eingenistet und eine beachtliche Zeltstadt gebaut.


Wir frühstücken heute wieder einmal an der Sonne, auch wenn es heute Morgen mit 15 Grad noch nicht so richtig warm ist.

Nach dem Frühstück marschieren wir dem Ufer entlang bis ins Dorf. Die Ebbe hat riesige Sandbänke zum Vorschein gebracht, ein traumhaft schöner Anblick.



Bei "Café zum roten Elch" machen wir halt. Das Lokal verfügt über WLAN, so dass wir unser Reisetagebuch nachführen können. Das "Inlet" beginnt sich schon wieder aufzufüllen. Der Fluthöchststand soll gegen 3 Uhr erreicht sein, sagt uns ein Fischer.



Kurz vor 3 Uhr brechen wir zum Treckingpfad auf. Der genaue Name dafür heisst "Screw Creek-Townsend Bluff Estuary Walk", warum auch immer. Auch heute weht wieder ein kräftiger Wind, so dass wir sogar unsere Windjacken mitschleppen. Die Lagune beginnt sich allmählich zu füllen.

Erwartungsvoll schauen wir den Naturgewalten zu.

Zwei Frauen versuchen derweil mit ihren Paddelbooten tieferes Wasser zu erreichen.

Draussen drängt die Flut immer mehr ins "Inlet" und wird dabei vom Starkwind unterstützt.

Dann geht das Ganze rasend schnell. Eine Vergleichsaufnahme mit dem Baumstamm (siehe Aufnahme von heute Morgen) zeigt die grosse Veränderung der Lagune. Wir schauen ehrfurchtsvoll zu.

Das "Inlet" ist im Nu geflutet.

Auch die kleinen Arme mit den Mangrovenbäumen sind im Nu wieder mit Wasser gefüllt, ein tolles Naturschauspiel.

Wir spazieren zurück zum Campingplatz. Es war ein tolles Erlebnis. "Awsome" würden die Australier sagen oder vielleicht sind sie an solche Ereignisse bereits gewöhnt, dass es für sie selbstverständlich ist. Für uns Binnenländer ist es immer noch einzigartig.

Beim Büssli treffen wir auf einen "Magpie". Dieser zutrauliche Vogel weckt uns allmorgentlich aus dem Schlaf mit seinem ureigenen Pfeifen, welches wie der Pfeifton eines Kurzwellensenders klingt.

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