Renner Springs – Barkly Homestead Roadhouse (NT)
(Mittwoch, 20.5.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 4 – 5 Bf.
Der Sonnenaufgang über dem "Barkly Tableland" könnte nicht schöner sein. Das Windrad mit der Wasserpumpe gibt den Fotos noch einen romantischen Touch.

Bis nach "Mount Isa" sind es immerhin noch 784 km. Dies ist bei den relativ hohen Tagestemperaturen, die hier herrschen, reichlich viel für eine Tagesetappe. Wir peilen deshalb die letzte Möglichkeit vor der Grenze nach "Queensland" an, den 334 km entfernten "Caravan Park" des "Barkly Homestead".
Zunächst geht's weiter auf dem "Stuart Highway". Die Aussies wollen ihre Ferienzeit möglichst optimal nutzen und fahren zeitig los. Die Verkehrsdichte ist deshalb auch heute Morgen ungewöhnlich hoch, d.h. alle fünf Kilometer durchschnittlich ein Auto bzw. Wohnwagengespann ;-)
Normalerweise fahren wir um diese Jahreszeit im Gargano durch goldgelbe Ginsterfelder. Hier sind es die gelben Akaziensträucher beidseits der Strassen, welche gegen den blauen Himmel besonders schön zur Geltung kommen.
Anita ist von der Blütenpracht begeistert...
...und die Termiten auch :-)
Die "Threeway Roadhouse" nimmt eine Schlüsselstellung ein. Hier zweigt nämlich der "Barkly Highway" vom "Stuart Highway" ab, welcher nach "Queensland" führt. Wir machen hier einen kurzen Café-Halt, bevor wir auf diesem Highway weiterfahren.
Eine Foto- und Schilder-Galerie erinnert an die vielen "Road Train Drivers", die hier schon abgestiegen sind.

Nach dem Auftanken fahren wir in Richtung "Mount Isa" weiter. Die weite Hügellandschaft ist überraschend grün, möglicherweise wegen der ausserordentlich starken Regenfälle während der vergangenen Regenzeit, welche in "Mount Isa" zu grossen Überschwemmungen geführt hat.
Die faszinierenden Geraden ohne Ende am Horizont nehmen wieder zu. So etwas gibt es in Europa kaum und ist für uns immer etwas Besonderes.
Gegen Mittag kommen wir bereits im geschmackvoll eingerichteten "Barkly Homestead" an.
Ein Schattenplätzchen ist bald gefunden, obwohl wir es heute wegen des kräftigen Windes mit 27 Grad eher als kühl empfinden :-)
Die Papageien im Käfig hinter dem Roadhouse tun uns etwas leid. Darunter sind auch zwei inzwischen seltene "Red tailed Black Cockatoos". Der einzige Vorteil ihres Zustandes hier, sie werden von den bösen Autofahrern nicht zu Tode gefahren.
Total überrascht sind wir vom Swimminngpool. Einen solchen hätten wir hier im "Outback" nun wirklich nicht erwartet.
Das Abendessen nehmen wir im gemütlichen Roadhouse-Restaurant zu uns. Als Rechtfertigung muss wieder mal der abgedroschene Spruch, "man gönnt sich ja sonst nichts", herhalten ;-)
Heute geniessen wir den Sonnenuntergang für einmal mit einem aussergewöhnlichen Vordergrund, nämlich mit alten Dampfmaschinen aus den Entdeckungsjahren Australiens. Einige dieser Sammlerstücke sind vor dem Roadhouse ausgestellt.

Barkly Homestead Roadhouse (NT)- Mount Isa (Qld)
(Donnerstag, 21.5.2009)
Wetter: schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.
Brrrrh, heute Morgen ist es "arschkalt". Lediglich 13 Grad zeigt das Thermometer noch an. So kalt hatten wir es seit "Pemperton" nicht mehr, ein typisches Desertklima eben. Wir sind uns an solch tiefe Temperaturen einfach nicht mehr gewöhnt.
Da hilft nur Bewegung. Die "Fünf Tibeter" kommen da gerade recht. Die Fotos sind infolge der Kälte ausnahmsweise ein wenig unscharf geworden :-)




Unsere nächste Etappe führt uns nach "Mount Isa". Dabei überqueren wir die Staatsgrenze von "Northern Territory" nach "Queensland". "Mount Isa" liegt im Outback von "Queensland" und ist eine urige Minenstadt mit ca. 22'000 Einwohnern. Sie ist praktisch eine Oase der Zivilisation inmitten der heissen unwirtlichen Outbacklandschaft. Nebst Silber und Blei, werden auch Kupfer und Zink im tiefen Untertagebau abgebaut. Die Stadt ist praktisch aus dem Bergbau entstanden und hat einen Sonderstatus. Sie gehört nämlich vollständig der Bergbaugesellschaft. Erstaunlich ist auch die Fläche des Stadtgebietes, welches mit 41'000 km2 etwa so gross wie die Schweiz ist.
Wir starten am frühen Morgen, denn bis "Mount Isa" sind es immerhin 450 km. Obwohl wir uns eigentlich im Outback befinden, scheint hier alles zu spriessen und blühen.

Wir fahren einmal mehr durch eine faszinierende Landschaft. Wo Bäume und Sträucher sind, da gibt es auch Vögel. Die kleinen, grünen Papageien treten hier in riesigen Schwärmen auf, so dass sich beinahe der Himmel verdunkelt, wenn sie über die Strasse kurven.

Auch Termiten gibt es hier zu Hauf. Allerdings sind ihre Bauten vergleichsweise klein.
Entlang des Highway dominieren die Akaziensträucher.
Dazwischen folgen wieder unendliche topflache Ebenen ohne Bäume und Sträucher, eine kleine "Nullarbor Plain".

Plötzlich werden wir von einem gewaltigen aufsteigenden Schwarm Kakadus überrascht, die am Strassenbord gefrühstückt hatten.

Kaum haben wir die Staatsgrenze zu "Queensland" überquert, wird die Landschaft wieder üppiger und vor allem grüner. Scheinbar wurde diese willkürliche Grenze zu "Northern Territory" bewusst so gelegt ;-) Foto vor der Grenze...
Foto nach der Grenze...
Bis "Mount Isa" haben wir noch 200 km zu fahren. Allmählich wird das Gelände hügeliger. Die Strasse schlängelt sich zwischen einem Gebirgszug hindurch.

Eingangs "Mount Isa" fahren wir an umfangreichen Industrieanlagen für die Erzverarbeitung vorbei. Überhaupt wird das ganze Stadtbild hier von den Industriekaminen dominiert. Man weiss auf Anhieb, wer hier das Sagen hat ;-)
Wir fahren direkt auf den BIG4 Campingplatz "Agrylla Tourist Park", weil wir wegen der Zeitverschiebung schon etwas spät dran sind. Wir erhalten ein schönes Plätzchen mit Morgensonne. Diese werden wir auch brauchen, denn hier mitten im Outback wird sich die Luft über Nacht kräftig abkühlen.
Anschliessend fahren wir zur Tankstelle. Die Reservetank-Anzeige leuchtet schon eifrig und ein Pipston kündigt das Ende des Treibstoffes an. Wir haben beim letzten Mal für noch für A$ 1.58 / Liter getankt. Hier kostet der Liter Diesel nur noch A$ 1.12, ein beträchtlicher Unterschied. Wir sind selbstverständlich froh, denn auf unserer langen Reise um "Down Under" entwickeln sich die Treibstoffkosten zu einem erheblichen Unkostenbetrag.
Die Zubereitung des Abendmahls wird unerwartet unterbrochen. Unsere Gasflasche scheint leer zu sein. Immerhin hat die 4 kg Flasche fast 4 Monate gereicht. Zum Glück können wir diese direkt auf dem Campingplatz auffüllen lassen. Die Kocherei kann weiter gehen :-)
In Mount Isa (Qld) (Freitag, 22.5.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.
Tiefgefroren entsteigen wir heute Morgen unserem Kühlschrank – äääh – unserem Büssli. Das Thermometer sackte während der Nacht auf ca. 10 Grad ab. Wir sind endgültig im Winter angekommen. Mitten in der Nacht musste ich (Heinz), mangels Winterpyjamas, das Sweat-Shirt überziehen. Die Decken, die uns "Kea Campers" mitgeliefert hat, sind einfach zu dünn. Wir werden erst ab "Kea Depot Brisbane" mit einer zweiten Lage rechnen können. Bis dahin heisst es, sich warm anziehen und zusammenkuscheln :-)
Selbst unser Toaster friert an den "Arsch". Er benötigt zum Toasten des Brotes heute beinahe doppelt so lange ;-) Zum Glück wölbt sich über "Mount Isa" ein strahlend blauer Himmel. Die Sonne wärmt die Luft bald einmal auf, so dass wir in Kürze wieder spätsommerliche Temperaturen geniessen können. Heute legen wir wieder einmal einen "recovery and recreation day" ein. Die Wäsche trocknet bei der trockenen Luft im Nu.
Unterdessen machen wir einen Ausflug in die Innenstadt. Vom "Lookout" inmitten der Stadt haben wir einen wunderbaren Rundblick auf die Stadt und die umfangreichen Bergbauanlagen.
Das Erz wird hier nicht nur abgebaut, sondern auch eingeschmolzen, deshalb die vielen Kamine mit den Hochöfen. Das lokale Bergwerk von "Mount Isa" gilt übrigens als die produktivste Einzelmine der Welt, wobei dort gleichzeitig Blei, Silber, Kupfer und Zink abgebaut werden.

Ein umfangreicher Wegweiser zeigt, wie weit die übrige Welt von "Mount Isa" entfernt liegt.
"Mount Isa" liegt in einem Talkessel, umgeben von Bergen bzw. Hügeln.
Ein alter Förderliftturm steht heute ziemlich im Zentrum der Stadt.
Unmittelbar daneben, vor dem "Visitor Information Center", erinnert ein Minenarbeiterdenkmal an die Strapazen dieses Jobs.
Die "Flying Doctors" haben in "Mount Isa" eine ihrer Basen. Gleich daneben haben sie ein "Museum" eingerichtet, wo man sich über das Entstehen der Organisation und ihre Tätigkeit bestens informieren kann. Wir besuchen die kleine Ausstellung. Es ist wirklich bewundernswert, was der Begründer, Dr. John Flynn, mit dieser australienweiten Einrichtung geschaffen hat.
Wir haben inzwischen zwei Campingnachbarn mit zwei identischen Alkovenreisemobilen von "Winnebago" bekommen. Sie sind auf einem Iveco-Basisfahrzeug aufgebaut, wie unser eigenes Reisemobil zuhause und schauen deshalb beinahe gleich aus (abgesehen vom Slideout).
Ein wenig vermissen wir unseren "Elchi" schon, umso mehr, weil unser derzeitiger Campervan nicht allzu gut isoliert ist und auch nur eine rudimentäre Heizung besitzt :-)
Mount Isa - Richmond (Qld) (Samstag, 23.5.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.
Unser nächstes grosses Ziel, "Townsville", liegt ca. 900 km von "Mount Isa" entfernt. Wir teilen diese Strecke in zwei Etappen und reisen heute nur bis ins 400 km entfernte "Richmond". Zunächst fahren wir auf dem "Barkly Highway" weiter in Richtung Osten. Die Strasse schlängelt sich elegant zwischen den Hügeln hindurch.
Wir sind von der abwechslungsreichen Landschaft überrascht, denn wir haben eigentlich eher ebenes Land erwartet. Die Strasse geht rauf und runter und zeigt bisweilen schon passähnlichen Charakter.
Wenn die fremdartige Vegetation nicht wäre, wähnten wir uns beinahe wie in der Schweiz.
Dann nach ca. 100 km wird es immer flacher und schliesslich durchfahren wir wieder wie schon oft endlose Ebenen.
Kurz nach "Cloncurry" endigt der "Barkly Highway" und der "Matilda Highway" zweigt in Richtung "Brisbane" nach "Rockhampton" ab. Wir nehmen den "Flinders Highway" in Richtung "Townsville" unter die Räder. Die flache und weite Landschaft bleibt uns für die nächsten 280 km erhalten.

Bis zu unserem Tagesziel "Richmond" gibt es lediglich noch ein kleines Dorf, "Julia Creek". Dort machen wir unseren Mittagshalt. Parallel zum Highway" verläuft, ebenfalls schnurgerade, die Eisenbahnstrecke nach "Townsville".
"Richmond" ist ein Teil von Australiens "Dinosaurier-Trail". Im Outback von "Queensland" wurde das kompletteste und best erhaltene Dinosaurier Skelett Australiens gefunden, welches ungefähr 100 Mio. Jahre alt sein soll. "Richmond" ist seit diesem Fund zur Fossil-Hauptstadt von Australien aufgestiegen :-)
Sogar die Abfalleimer erinnern an diese prähistorischen Kreaturen.
Wir steuern den einzigen Campingplatz in "Richmond", den "Lake View Caravan Park", an.
Der Platz ist schön angelegt und auch die Infrastruktur entspricht dem in Australien üblichen Standard. Wie der Name schon sagt, liegt der Campingplatz unmittelbar am See.
Beim BBQ weist ein nettes Schild darauf hin, wie es eigentlich richtigerweise sein sollte.
Richmond - Townsville (Qld) (Sonntag, 24.5.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 32 Grad / Wind: 2 – 4 Bf.
Es sind mehr als vier Monaten her, seit wir Priska und Hans mit ihrer Familie in "Townsville" verlassen haben, um von "Sydney" aus unsere Reise "around Australia" in Angriff zu nehmen. Wir freuen uns, sie wieder zu sehen.
Der Tag beginnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem See.

Unsere ständigen Begleiter, die Galaah-Papageien", sind hier zahlreich vertreten. In der Morgensonne leuchten die Farben dieser geselligen Vögel beinahe wie ein Sonnenaufgang. Wir beobachten sie bei ihrer Morgentoilette auf den Hochspannungsleitungen.
Oder beim Kuscheln :-)
Auf dem "Flinders Highway" ziehen wir weiter Richtung Osten.
Die Landschaft wird allmählich hügeliger. Auch das tropische Klima macht sich in Küstennähe wieder bemerkbar. Die Luft wird allmählich feuchter und wärmer.
Auf der parallel verlaufenden Eisenbahnstrecke überholen wir einen mit ca. 30 km/h fahrenden Güterzug, ein eindrückliches Bild.

Das nächste Dorf "Hughenden" gehört ebenfalls zum Dinosaurier-Dreieck. An der Durchfahrtsstrasse steht, unübersehbar, ein Dinosaurier in Lebensgrösse.
Wir fahren weiter in Richtung "Charters Towers". Die Landschaft bleibt abwechslungsreich.

Wasser ist nach der grossen Regenzeit noch genug vorhanden.
Bei einem "Lookout" geniessen wir den wunderbaren Ausblick auf den "White Mountains National Park".
In "Charters Towers", der alten Goldgräberstadt (seit 1972 wird kein Gold mehr gefördert), essen wir beim "Subway" unser favorisiertes "Sandwich". Die Altstadt ist noch sehr gut erhalten und absolut sehenswert.
Die prachtvollen Gebäude stammen aus der glorreichen Zeit, als sich "Charters Towers" noch im Goldrausch befand. Damals war es die grösste Goldmine von "Queensland".

Die Post ist eines der schönsten Gebäude im Ort.
Die bildschöne Goldhandelshalle ist in eine Shoppinghalle umgebaut worden.
Wir nehmen das letzte Teilstück bis nach "Townsville" unter die Räder. Allmählich werden die Berge wieder höher und die Landschaft tropischer.

Die Temperaturen hier entsprechen eher wieder unseren Vorstellungen vom warmen Norden Australiens :-)
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Mittwoch, 20. Mai 2009
Katherine (NT) - Townsville (QLD) II (im Campervan)
Kategorien (Labels):
Australien
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