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Montag, 25. Mai 2009

Townsville I (QLD) (im Campervan)

In Townsville (Qld) (Montag, 25.5.2009)
Wetter: regnerisch / Temp.: 25 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Bei unseren Verwandten in "Townsville" legen wir zwei "recovery and recreation days" ein und erholen uns von den Reisestrapazen. Nach 16'000 km auf den Strassen rund um Australien tun uns ein paar Tage der Ruhe, ohne spezielle Pläne und grosse Ziele, wirklich gut :-)

Heute erleben wir hier in "Townsville" den ersten richtigen Regen seit zwei Monaten, als wir damals in "Perth" die "Caravan und Camping Show" besucht hatten, ein beinahe in Vergessenheit geratenes Gefühl. Dabei gilt Regen in "Townsville" ausserhalb der "Wet Season" als eher selten ;-) Hotels werben sogar mit einer Schönwettergarantie, d.h. wenn es hier mehr als drei Tage nacheinander regnet, wird den Gästen das ganze Arrangement zurückgezahlt

In Townsville (Qld) (Dienstag, 26.5.2009)
Wetter: schön bis heiter / Temp.: 28 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.

Der heutige Tag begrüsst uns bereits wieder mit Sonnenschein. Ein Tag Regen reicht uns vollkommen ;-) Zum Mittagessen gehen wir wieder einmal zum "Sizzler". Das Lokal ist eben neu renoviert worden und schaut richtiggehend gediegen aus. Die Bedienung ist, wie gewöhnlich, äusserst freundlich. Der gegrillte Fisch mit Kartoffelstock und als Beilage Käseknoblauchtoast für A$ 13.00 sind wirklich preiswert.

TownsvilleMission Beach (Qld) (Mittwoch, 27.5.2009)
Wetter: heiter bis schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Bevor wir uns wieder in Richtung Süden bewegen, machen wir noch einen Abstecher ins nördlich liegende "Tableland", welches wir vor 15 Jahren schon einmal für kurze Zeit bereist haben. Diese schweizähnliche Landschaft mit den vielen Wasserfällen hat uns schon damals sehr gut gefallen.

Um acht Uhr fahren wir los. Unser Tagesziel "Mission Beach" liegt nur 240 km von "Townsville" entfernt. An den dichten Verkehr auf dieser Strecke sind wir uns nicht mehr gewohnt. Wir müssen, um den Verkehr nicht zu behindern, ausnahmsweise von unserem normalen Reisetempo 90 km/h abweichen und mit 100 km/h über die Strasse brausen :-)

In der nächsten Stadt "Ingham" machen wir eine kurze Rast bei "McCafé". Wir geniessen den köstlichen Cappuccino von "McCafé", der bei dieser Restaurantkette bisher in ganz Australien konstant gut geschmeckt hat.

Nebenbei schauen wir noch ins Internet (Free WiFi) nach dem Wetter in dieser Gegend. Leider sind die Wetterprognosen nicht so toll, wie wir uns das gewünscht hätten. Wenigstens ist für die nächsten Tage einigermassen sonniges und warmes Wetter vorhergesagt. Mit 30 Grad können wir gut leben ;-) Weiter geht's auf dem "Bruce Highway" mehr oder weniger der Küste entlang. Die Vegetation ist ausgesprochen grün hier. Wassermangel kennt diese tropische Gegend kaum.

Gegen Mittag zweigen wir nach "Mission Beach" ab. Ein Strassenschild warnt vor kreuzenden "Cassowarys". Diese inzwischen seltenen Vögel sind geschützt und leben hier noch wild.

Cassowarys
"Cassowarys" sind eine Gattung grosser, flugunfähiger Vögel aus der Ordnung der Laufvögel. Das Verbreitungsgebiet umfasst hauptsächlich die Insel "Neuguinea". Sie sind dort das grösste Landtier. Eine der drei Arten lebt auch auf der australischen "Cape-York-Halbinsel", wo wir uns zurzeit aufhalten.

Die Beine sind äusserst kräftig, verfügen über je drei Zehen und ermöglichen Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Die Tiere besitzen an der Innenzehe ihrer Füsse eine bis 10 cm lange, dolchartige Kralle, die als gefährliche Waffe eingesetzt werden kann.
Ausgewachsene "Cassowarys" können bis zu 1,70 Meter hoch und über 60 Kilogramm schwer werden. Damit sind sie nach dem Strauss die schwersten lebenden Vögel auf der Erde.

Der "Cassowary" ist ein sehr scheuer Vogel, jedoch recht unberechenbar. Er gilt aus diesem Grund als der gefährlichste Vogel der Welt. Mangelde Vorsicht oder Leichtsinn beim Umgang mit "Cassowarys" haben einigen Menschen bereits das Leben gekostet.

In "Mission Beach" steuern wir den "Hideaway Holiday Park" an, ein Campingplatz der "Top Tourist Park Kette". Die Anlage ist sehr schön angelegt und enthält alles was das Herz begehrt.

Auch ein schöner Swimmingpool ist vorhanden, obwohl der Strand nur wenige Meter vom Campingplatz entfernt liegt.

Selbst das "BBQ" inmitten von Palmen ist ein Prachtstück.

Endlich wieder an der Küste! Seit "Broome" mussten wir die schönen, breiten Sandstrände immerhin einen Monat lang entbehren.


Der palmengesäumte Sandstrand von "Mission Beach" ist übersät mit Millionen von Krebssandkügelchen.

Wir spazieren durch das kleine schmucke Dörfchen und suchen uns ein Restaurant fürs Abendessen aus. Das "Piccolo Paradiso" macht auf uns einen guten Eindruck. Mal sehen, ob wir richtig liegen.

Die Shops, Cafés und Restaurant verschwinden geradezu in der üppigen tropischen Pflanzenwelt.


Wir sind heute früh dran, so dass wir vorerst die ersten Gäste im Restaurant "Piccolo Paradiso" sind. Einzig ein "Geko" leistet uns Gesellschaft.

Um es gleich vorne weg zu nehmen: Die Pizza kann unseren hohen Ansprüchen gerade noch knapp genügen. Die Italiener in "Townsville" und vor allem jener in "Sydney" können es besser :-) Der "Shiraz" Rotwein hingegen schmeckt uns ausgezeichnet.


Mission BeachMilla Milla (Qld) (Donnerstag, 28.5.2009)
Wetter: heiter bis schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Wir nutzen den schönen Sandstrand von "Mission Beach" und drehen bei Sonnenaufgang unsere Joggingrunde. Die Flut hat den Strand eben flach gewalzt und die kleinen Krebse haben alle Hände voll zu tun :-)

Obwohl der Himmel ziemlich wolkenverhangen ist, entschliessen wir uns ins "Tableland" weiterzufahren. Zunächst bewegen wir uns der Küste entlang bis wir wieder auf den "Bruce Highway" treffen. Links und rechts der Strasse breiten sich weite Zuckerrohrfelder und Bananenplantagen aus.


In "Innisfail" vervollständigen wir noch unsere Ess- und Trinkvorräte. Nach dem "Cappuccino" bei "McCafé" fahren wir weiter. Ein paar Kilometer ausserhalb "Innisfail" zweigt die Strasse ins "Tableland" ab.

Der "Palmertson Highway" schlängelt sich stufenweise bis auf das 600 bis 700 Meter über Meer liegende "Tableland" hoch, eine richtiggehende Alpenpassstrasse.

Um uns breitet sich eine hügelige Landschaft mit saftigen Wiesen aus. Wir befinden uns gewissermassen im Appenzellerland von "Queensland" :-)

Beim "Crawford Lookout" machen wir Halt und marschieren 1,7 km durch den Tropenwald hinab bis zu einer Waldlichtung, wo sich der Aussichtspunkt befindet.


Der "Johnstone River" schlängelt sich tief unten im Tal durch den tropischen Wald.


Ein wunderschöner Schmetterling geniesst den Sonnenschein in der Waldlichtung.

Weiter geht's durch die heimelige Hügellandschaft.


Das nachfolgende Foto vom Appenzellerland mit dem Alpsteinmassiv ist dem tatsächlichen Ausblick in der Schweiz überraschend ähnlich, mal abgesehen von der Höhe der Berge.

Wenige Kilometer vor "Milla Milla" zweigen wir auf die "Waterfall Circuit" ab. Milchwirtschaft ist in diesem Hügelland, wie in der Schweiz, die einzig sinnvolle Nutzung des Agrarlandes.

Die Kühe sind hier um einiges scheuer als bei uns zuhause und suchen bei unserer Annäherung, bis auf einen tollkühnen, jungen Stier, sofort das Weite ;-)

Bei den "Milla Milla Falls" machen wir unseren Mittagshalt. Anschliessend schauen wir uns das eindrückliche Schauspiel mit dem Wasser an.

Ein paar Wenige nehmen im Pool ein erfrischendes Bad. Krokodile soll es hier keine geben, aber das Wasser ist auf dieser Meereshöhe nicht mehr allzu warm.

Das kleine Dorf "Milla Milla" liegt nur wenige Kilometer vom gleichnamigen Wasserfall entfernt. Wir fahren dort auf den "Milla Milla Tourist Park", einen naturverbundenen Campingplatz mit australischem Standardkomfort.


Milla MillaLake Tinaroo (Qld) (Freitag, 29.5.2009)
Wetter: bedeckt bis schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Der Tag beginnt mit bedecktem Himmel. Trotzdem hat es in der Nacht auf 18 Grad abgekühlt, so dass wieder einmal unsere "Sweat Shirts" zum Einsatz kommen. Im WC fällt mir wieder einmal ein nettes Hinweisschild auf.

Wir ändern unser Vorhaben und fahren erstmal nach "Atherton" zu "McDonald's". Die Strasse ist ausgesprochen eng und sehr kurvig, eine regelrechte "Berg- und Talbahn". Glücklicherweise kommt uns auf der ganzen Strecke kein LKW entgegen. Die Kleinstadt "Atherton" ist ziemlich belebt und das Verkehrsaufkommen in den Strassen aussergewöhnlich hoch.

Obwohl die vielen Shops entlang der "Mainstreet" zum Bummeln einladen, ist die Atmosphäre wegen des starken Verkehrs und den vielen parkierten Autos nicht besonders attraktiv.

Der als Werbeträger mit Kunststoff eingeschäumte und kunstvoll dekorierte PKW verfehlt sein Ziel bestimmt nicht. Der dazugehörende attraktive Kristall-Shop liegt nur ein paar Meter davon entfernt.


Die wunderschönen Solitär-Spiele aus Kristallkugeln finden bestimmt ihre Käufer.


Tableland (QLD)
Das "Atherton Tableland" ist ein Gebiet, welches einzigartig innerhalb Australiens ist. Was es so besonders macht, ist die Kombination von geographischer Lage in den Tropen, seine Meershöhe von 350 bis 1200 Metern sowie die vulkanische Aktivität, welche grosse Teile seiner Landschaft geprägt hat.

Dieses Gebiet ist ein Hochland, das sich, getrennt durch eine Steilstufe, parallel zur Küste auf der Höhe "Innisfail", "Cairns" bis nach "Port Douglas" erstreckt. Es reicht bis zu 80 km ins Landesinnere. Die hügelige, teils bewaldete Landschaft mit ihren Seen und Flüssen erinnert stark an die Voralpen in der Schweiz.

Das Mittagessen nehmen wir heute bei "Nick's", einem Schweizer Restaurant bei "Yungaburra" südlich des "Lake Tinaroo" ein. Als wir vor 15 Jahren dort waren, standen wir vor verschlossenen Türen. Wir haben damals noch nicht gewusst, dass das Lokal für den "Lunch" nur Freitags, Samstags und Sonntags geöffnet hat. Etliche Schilder unterwegs weisen auf dieses aussergewöhnliche Restaurant hin. Wir sind gespannt, ob wir es wieder erkennen.

Als wir in "Yungaburra" einfahren, weist eine Schweizerfahne unmissverständlich auf einen schweizerischen Besitzer hin.

Und tatsächlich, wir stehen vor "Nick's Restaurant", einem wahren Bijoux von einem Anwesen. Alles ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und gepflegt.

Auch der Innenraum besitzt ein urgemütliches rustikales Ambiente, so dass wir uns gleich wohl fühlen.


Wir haben eben unser Essen bestellt, als wir durchs Fenster ein deutsches "Hallo" vernehmen. Wir können es kaum fassen, Sandra und Frank aus "Radebeul" stehen vor dem Restaurant. Wir haben uns schon mehrere Male getroffen und uns zum letzten Mal beim "Roadhouse am Victoria River" verabschiedet. Zufälle gibt es, einfach unfassbar :-) Selbstverständlich setzen wir uns zusammen an einen Tisch, denn es gibt viel zu erzählen.

Das Essen geschmeckt ausgezeichnet und auch das Dessert ist Spitze. Die nette Serviertochter (wie es bei uns zuhause heisst) hat uns in echtem schweizerdeutsch bedient. Sie lebt erst seit einem halben Jahr hier in "Yungaburra".

An Gesprächsstoff mangelt es nicht, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht und wir das Lokal erst gegen halb drei Uhr verlassen. Für einen ausgedehnten Spaziergang entlang des "Lake Tinaroo" reicht es nun kaum mehr. Wir fahren deshalb direkt auf den idyllisch gelegenen Top Tourist Park "Lake Tinaroo".

Der "Lake Tinaroo" ist ein Stausee mit vielen Fjorden, welcher grösstenteils von unberührter Natur bzw. Wald umgeben ist.

Unmittelbar vor dem Campingplatz liegt eine aufwendig hergerichtete Parkanlage mit BBQs und einem Spazierweg entlang des Sees.

Eine kleine Insel in Ufernähe hebt sich wie ein Edelstein von der dunkelblau gefärbten Wasseroberfläche ab.

Im See hat es scheinbar eine Menge Langusten. Ein Mädchen zeigt stolz ihren Fang.


Das Gebiet um den "Lake Tinaroo" ist auch ein Vogelparadies. Beim Einnachten geniessen wir das vielstimmige Zwitscherkonzert der unterschiedlichsten Vögel, jedoch ohne koordinierenden Dirigenten. Es tönt eher wie in einer gut besetzten Volière. Wir bestaunen die farbenfrohen "Rainbow Lorikeets...


...und die gelben "Cockadoos" in der Abendsonne.


Die Sonnenuntergänge sind in der Hügellandschaft längst nicht so spektakulär, wie in der weiten Ebene.

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