Kununurra (WA) – Victoria River (NT) (Dienstag, 5.5.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 35 Grad / Wind: 2 – 5 Bf.
Bevor wir losfahren, leeren wir, wie gewöhnlich, noch unser chemisches WC, diesmal beim schönsten "Dump Point", den wir bisher in Australien je gesehen haben ;-)
Unser nächstes Hauptziel ist "Katherine" am "Katherine River". Wir unterteilen diese 520 km lange Strecke und übernachten auf dem "Victoria River Roadhouse", welches 320 km von "Kununurra" entfernt liegt. Bereits 35 km nach "Kununurra" überfahren wir die Staatsgrenze zu "Northern Territory". Die Zeit verschiebt sich um eineinhalb Stunden vorwärts, d.h. wir verlieren diese Zeit.
Bei einem Kurzhalt treffen wir auf einen der harten Biker, welche den "Trip around Australia" mit dem Fahrrad schaffen wollen, ein echtes Abenteuer.
Der Wasservorrat gehört bestimmt zu den wichtigsten Planungsaufgaben für ein solches Unterfangen.
Der kräftige Seiten- und Gegenwind drückt leider kräftig auf den Dieselverbrauch. Die Landschaft bleibt hingegen weiterhin abwechslungsreich und interessant.
Die Vegetation ist nach der Regenzeit beinahe so grün, wie bei uns im Frühling.

"Bottle Trees" gibt es hier zu hauf.
Den Grössten in dieser Gegend, der von "Augustus Gregory", einem der Entdecker von Nordaustralien, als Merkzettel verwendet worden ist (Okt. 1855 bis Juli 1856), wollen wir uns ebenfalls anschauen. Wegen eines lokalen Buschbrandes direkt vor uns müssen wir leider schleunigst wieder umkehren (habe vor Schreck vergessen ein Foto davon zu schiessen :-)
Wir nähern uns allmählich unserem heutigen Etappenziel "Victoria River". Die Strasse folgt hier dem "Victoria River" und schlängelt sich dem mächtigen Flusstal entlang.
Zur Abwechslung begegnen wir wieder einmal einem wunderschönen "Road Train".
Auch auf dieser Strecke werden die grossen "Floodways" nach und nach aufgehoben.
Auf dem "Caravan Park" des "Roadhouses" lassen wir uns auf einem schattigen Plätzchen nieder.
Plötzlich horchen wir auf. Der Himmel verdunkelt sich und ein riesiger Schwarm weisser Kakadus nähert sich uns mit einem ohrenbetäubenden Gekreische.
Sie lassen sich auf den umliegenden Bäumen nieder.
Beim Eindunkeln nähert sich uns ein kleiner 4WD-Campervan. Zu unserer Überraschung entsteigen dem "schnüsigen" Fahrzeug zwei alte Bekannte, Sandra und Frank aus Deutschland. Wir haben zusammen die "Murchison River" Tagestour bei "Kalbarri" gemacht. Seither haben wir uns unterwegs schon ein paar Mal wieder getroffen.
Wir treffen uns im Pub des Roadhouses. Es gibt viel zu erzählen, denn wir alle haben inzwischen viel Neues erlebt. Ein gemütlicher Abend geht zu Ende.
Victoria River - Katherine (NT) (Mittwoch, 6.5.2009)
Wetter: teilweise bedeckt, schwül / Temp.: 35 Grad / Wind: 2 – 3 Bf.
Leider hat sich das Wetter etwas verschlechtert. Der Himmel ist heute Morgen wolkenverhangen und die Sonne hat sichtlich Mühe ein Wolkenloch für ihr Erscheinen zu finden.
Wir haben es heute nicht eilig, denn unser nächstes Ziel, "Katherine", liegt lediglich 200 km weit entfernt. Die Fahrt verläuft ohne nennenswerte Ereignisse, ausser einem kleinen Buschbrand entlang der Strasse.
Möglicherweise handelt es sich um ein sogenanntes "strategisches Feuer", welches durch die Ranger eigenhändig gelegt wird, um das Unterholz gezielt zu minimieren.
Nach zweieinhalb Stunden Fahrt fahren wir in "Katherine" ein und besuchen, wie gewöhnlich, das "Visitor Information Center". Sandra und Frank sind ebenfalls schon dort und erkundigen sich über die Befahrbarkeit der Strassen im "Kakadu National Park". Leider sind sämtliche 4WD-Strecken noch geschlossen. Es war dieses Jahr eine besonders nasse und lange Regenzeit. Da heisst es umdisponieren. Wir werden unsere Touren in die umliegenden "Gorges" auf die Zeit nach unserem "Darwin" Trip verlegen.
Nach einem kurzen Einkauf suchen wir den auserwählten "Top Tourist Park Riverview" auf. Der Campingplatz ist noch wenig belegt.
Der Campingplatz verfügt über WLAN-Netz von "NomadNet", welches wir auch schon benutzt haben. Diverse Tafeln weisen darauf hin ;-)
Wegen der vielen Wolken ist es ziemlich schwülwarm (tropisch), und wir sind froh im Swimmingpool etwas Erfrischung zu finden.
In Katherine (NT) (Donnerstag, 7.5.2009)
Wetter: schön, schwül / Temp.: 34 Grad / Wind: 2 – 3 Bf.
"Katherine" hat ca. 8'000 Einwohner. Ein grosser Teil davon sind bestimmt "Aborigines", welche in den Strassen, Parkanlagen und Shops omnipräsent sind. Im Staat "Northern Territory" sind immerhin ein Drittel der Einwohner "Aborigines".
Wir werden unwillkürlich mit den hier herrschenden Problemen konfrontiert und machen uns darüber auch immer wieder Gedanken.
Die "Aborigines" machen auf uns generell einen nicht eben zufriedenen und glücklichen Eindruck.

Sie erhalten von der Regierung zwar alles Notwendige zum Leben (inkl. Häuser), ohne dafür irgend etwas zu leisten. Ob dies der richtige Weg zur Integration ist, bleibt zu bezweifeln, denn ein Anreiz überhaupt etwas zu tun, ist er gewiss nicht.
Das Schicksal der Ureinwohner (Aborigines)
Die Ureinwohner Australiens sollen vor mehr als 40'000 Jahren aus dem heutigen Indonesien auf den Kontinent gekommen sein, zu einer Zeit also, als in Europa noch der "Neandertaler" zuhause war. Erst vor ca. 35'000 Jahren gelangte nämlich "Homo sapiens" nach Europa und ersetzte nach und nach den "Neandertaler".
Diese Tatsache ist doch erstaunlich, denn die ersten weissen Einwanderer aus Europa begegneten den "Aborigines" ja erst vor ca. 200 Jahren. Die Lebensweise der Ureinwohner hatte sich in den letzten 40'000 Jahren kaum verändert. Sie sind bis zu diesem Zeitpunkt quasi immer noch auf der Kulturstufe "Jäger und Sammler" stehen geblieben.
Dies verdeutlicht gleichermassen die grosse Aufgabe, die sich der australischen Regierung stellt, um die Lebensweise der "Aborigines" mit derer der übrigen Australier in Einklang zu bringen. Eine beidseitig verträgliche Lösung wird zweifellos noch mehrere Generationen in Anspruch nehmen.
Eine der wichtigsten Massnahmen ist die Integration der jungen Generation ins Schulsystem. Dies ist gar nicht so einfach und selbstverständlich, da in den älteren Generationen die Einsicht für diese Art der Bildung nur spärlich vorhanden ist. Hier ist noch ziemlich viel Überzeugungsarbeit nötig. Man liest über die diesbezüglichen Bemühungen der Regierung auch öfters in den Zeitungen.
Wir wünschen den Australiern bei dieser grossen Aufgabe viel Erfolg, denn der heutige Zustand kann wohl nur ein vorübergehender sein.
Wir besuchen heute die "Cutta Cutta Caves", die etwa 30 km südlich von "Katherine" entfernt liegt. Diese ca. 725 m lange Höhle wurde erst um 1900 durch einen Stockman (Viehhirten) entdeckt, als ein Rind quasi in den Höhleneingang hinuntergestürzt war.
Die Besichtigung kostet A$ 15 pro Person und findet unter kundiger Führung einer Rangerin statt. Der "Walk Trail" zum Höhleneingang ist unscheinbar und deutet kaum auf eine existierende Höhle hin.
Die Gehsteige und Beleuchtung wurden erst letztes Jahr erneuert und lassen ein Begehen ohne spezielles Schuhwerk zu.
Nur die ersten 300 m sind für die Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben.
In der Höhle dominieren die Stalaktiten, von denen es auch sehr filigrane Stücke gibt.

Stalagmiten gibt es nur wenige und diese sind kaum noch als solche erkennbar.
Die Strukturen sind sehr fein und enthalten glitzernde Kristalle.
Im hinteren Teil der Höhle wird es immer wärmer. Die Temperatur ist hier mit 32 Grad praktisch das ganze Jahr über stabil. Hier leben auch verschiedene Tiere, wie Fledermäuse. Schlangen und Spinnen, die wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen.

Etwa in der Mitte der Höhle schlüpfen wir durch einen Engpass mit mehreren tiefhängenden Stalaktiten hindurch. Für uns Schlanke ein Kinderspiel, für andere eher ein Nadelöhr ;-) Wir haben inzwischen doch schon einige Höhlensysteme angeschaut. Irgendwie sind wir immer wieder froh, die Unterwelt wieder heil verlassen zu können :-)
Nach einem kurzen Einkauf in "Katherine" fahren wir zum Campingplatz zurück. Dieser liegt übrigens unmittelbar am "Katherine River". Baden ist aber wegen der Krokodile nicht zu empfehlen.
Unweit von unserem Campingplatz entspringen die "Katherine Hot Springs", dessen lauwarmes Wasser (ca. 30 Grad) über ein Bächlein durch drei natürliche Pools fliesst. Diese sind zum Baden freigegeben.
Wir benutzen die Gelegenheit und spazieren in der Badehose zu den nur 7 Gehminuten entfernten Pools.
Die Strömung ist so stark, dass wir praktisch an Ort schwimmen können.

Eine Erfrischung ist die Quelle allerdings nicht. Dazu ist das Wasser zu warm :-)
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Dienstag, 5. Mai 2009
Kimberleys IV (WA) (im Campervan)
Kategorien (Labels):
Australien
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