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Donnerstag, 26. März 2009

Geraldton I (WA) (im Campervan)

In Ledge Point und Lancelin (WA) (Donnerstag, 26.3.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 30 Grad / Wind: 4 – 5 Bf.

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Hildi (Roli musste schon früh zur Arbeit), frischen wir noch unsere Ess- und Wasservorräte im riesigen "Lakeside Shoppingcenter" in "Joondalup" auf.

Nach dem Auftanken des Diesels (für nur A$ 1.039 = CHF 0.80 / Liter) fahren wir auf dem Highway in Richtung Norden. Die nächste Grossstadt "Broome" liegt immerhin 2200 km von "Perth" entfernt. Es dauert nicht lange und wir durchqueren hinter "Perth" wieder wildes Buschland. Leider gibt es auch hier Buschbrände, die ein nicht eben reizvolles Bild abgeben.


Glücklicherweise hat es die Natur so eingerichtet, dass viele Baumarten hier überleben und nach einem Brand erneut spriessen.

Am Mittag kommen wir beim Campingplatz "Ledge Point Holiday Park" an, der erst seit knapp zwei Jahren besteht.

Ursprünglich wollten wir auf den Campinglatz in "Lancelin". Die Besucherkommentare im Internet waren jedoch derart negativ, dass wir uns kurzerhand im Nachbardorf niedergelassen haben.

Wie sich anschliessend bei unserem Ausflug in "Lancelin" herausstellt, war unser Entscheid nicht schlecht, denn der berühmte Windsurfspot ist als solcher kaum mehr zu erkennen. Wir haben lediglich einen einsamen Kitesurfer angetroffen. Ein grosser Teil des Strandes war voll von stinkendem Seegras, ein Jammerbild!


Der Gestank vom faulenden Seegras ist so penetrant, dass wir den Strand schon nach kurzer Zeit verlassen.

Am nördlichen Ende von "Lancelin" befinden sich ausgedehnte Sanddünen, die auch von 4WD-Fahrzeugen als Berg- und Talbahn benutzt werden.

Der Sand ist hier so weiss, wie Schnee, so dass man beinahe das Gefühl hat, in den verschneiten Alpen zu sein.

Auch die Sandstrukturen erinnern etwas an Schneeverwehungen.


Dabei ist der Sand ultrafein. Man könnte mit einem Snowboard unschwer die Dünen hinunterschwingen.

Die Sanddünen in dieser Gegend entstanden vor mehr als 20'000 Jahren, als während der Pleistozän-Eiszeit der Meeresspiegel vorübergehend um viele Meter unter seine heutige Höhe sank. Der Wind fegte den Sand des trockenen Meeresbodens am Küstenstreifen zwischen "Perth" und "Geraldton" auf, wo er aber teilweise vom Meer wieder fortgespült wurde.

Ledge Point - Cervantes (WA) (Freitag, 27.3.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 35 Grad / Wind: 4 – 6 Bf.

Der sternenklare Himmel des Südens geht etwa um sieben Uhr morgens in eine wunderschöne Dämmerung über.

Die nächste Etappe führt uns ins 180 km entfernt "Cervantes". Von dort aus wollen wir uns die einzigartigen "Pinnacles" anschauen. Doch zunächst fahren wir wieder durch unendlich weites Buschland.


Auf langen Strecken ist der Highway gesäumt von Bäumen mit farbigen, buschigen Blüten.


Als wir wieder einmal das Radio einschalten, verstehen wir erstmal nur "Bahnhof", bis wir realisieren, dass der Sprecher tatsächlich Deutsch spricht. Offenbar handelt es sich hier um eine Sendung für Ausgewanderte, welche die letzten Neuigkeiten aus ihren Heimatländern hören möchten. Nebst der deutschen Politik werden sogar die letzten News aus der Schweiz gesendet. Das Hauptthema ist und bleibt immer noch die Wirtschaftskrise, also nichts wirklich Neues seit wir aus Europa weg sind ;-)

Ca. 20 km vor "Cervantes" zweigen wir vom Highway ab. Die erst kürzlich in Betrieb genommene Windfarm mit 48 Windrädern für die Stromerzeugung ist schon von weitem zu sehen. Der heisse Landwind (ca. 35 Grad C.) weht uns hier mit 5 – 6 Bf. um die Ohren.



Gegen Mittag sind wir bereits an unserem Etappenziel angelangt und beziehen auf dem einzigen Campingplatz vor Ort, dem "Cervantes Pinnacles Caravan Park", eine sandige Parzelle. Sand gibt es hier in Hülle und Fülle.

Nach einem feinen Cappuccino im Strandcafé des Campingplatzes, unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang dem Sandstrand entlang.

Aber oh Schreck, anstatt der frische Duft des Meeres, schlägt uns einmal mehr der penetrante Geruch von verfaulendem Seegras entgegen. Ein grosser Teil des Strandes ist von bis zu einem Meter dicken Seegrasschicht bedeckt. Sind dies die wunderbaren Strände aus den Prospekten von Westaustralien?


Wir können es kaum fassen und fragen einen Einheimischen der eben vom Schnorcheln aus dem Meer steigt. Der Mann erklärt uns, dass dies normal sei, weil vor einigen Tagen ein hoher Wellengang geherrscht haben und dieser das Seegras abgerissenen und an den Strand getragen habe. Der nächste Sturm würde das Seegras wieder ins Meer zurücktragen, wo es dann von den Fischen gefressen wird.

Als wir anschliessend ein paar Kilometer weiter südlich doch noch auf einen seegrasfreien Standabschnitt treffen, sind wir wieder happy :-)

Jetzt wissen wir endlich, wofür die Australier ihre 4WD-Fahrzeuge auch noch gebrauchen, nämlich um ihre Boote zu wassern. Es sind ja nicht alle "Outbackler" ;-)

Diese Gegend ist bekannt für üppigen Langustenfang. Wir kommen gerade recht, als ein mit Fisch und Langusten beladenes Boot seine Ladung dem am Ufer bereitstehenden Kühlwagen übergibt.


Von den Fangschiffen gibt es in dieser Bucht eine ganze Menge.

Am "Thirsty Point" machen wir dann wieder kehrt. Von dieser Aussichtsplattform aus können wir die Dünung ausserhalb des Riffs gut erkennen.


Es ist ein lauer Abend und wir geniessen den traumhaft schönen Sonnenuntergang am Strand.



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