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Freitag, 20. März 2009

Perth I (WA) (im Campervan)

In Perth (WA) (Freitag, 20.3.2009)
Wetter: sonnig bis Regenschauer / Temp.: 24 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.

"Perth" ist die Hauptstadt des australischen Bundesstaates "Western Australia". Sie liegt am "Swan River". "Perth" ist die abgeschiedenste Grossstadt der Erde. Die nächstliegende grössere Stadt "Adelaide" liegt 2845 km entfernt. Heute leben etwa 1,4 Mio. Einwohner in "Perth" und ca. 1,8 Mio. Einwohner im Ballungsgebiet von "Perth". Der ganze Staat "Western Australia" zählt insgesamt nur rund 2 Mio. Einwohner, also lebt lediglich etwa ein Zehntel der Bevölkerung ausserhalb dieser Metropole.

Leider verfügt der Campingplatz nicht über WLAN. Der einzige Internet-Zugriff ist über die Arbeitsplatzstation in der Reception möglich (A$ 5.00 pro Stunde). Wenigstens kann ich unseren PC direkt ans Kabel anschliessend. Die Performance des DSL-Anschlusses ist dafür super.

Während der Aktualisierung des Reisetagebuches achte ich kaum drauf, dass MS Windows auch noch diverse "Security Patches" mit herunterlädt. Es ist eine übliche Installation, um die vielen Sicherheitslöcher im Betriebssystem zu stopfen. Nach der erfolgreichen Installation folgt der übliche Reboot des PCs.

Und dann passiert's, "the worst case" und Schrecken aller Computerbesitzer. Unser "ASUS Netbook" bzw. unser "Windows XP Home" startet nicht mehr. Nach dem BIOS Durchlauf erscheint auf schwarzem Bildschirm die nicht eben erfreuliche, lapidare Meldung: "Could not find NTLDR". So wie es ausschaut, hat Windows die erste und wichtigste Startdatei selbst gelöscht und nicht wieder ersetzt. Für nicht PC-Interessierte geht's nach dem grünen Text weiter ;-)

Für PC Interessierte:
Nun ist guter Rat teuer. Woher kriegen wir jetzt die fehlende Datei und vor allem, wie bekommen wir sie auf die Harddisk ohne laufendes Windows und ohne CD/DVD-Laufwerk? (Ein Netbook hat normalerweise keinen Platz für ein integriertes Laufwerk.)

1. Lösungsansatz
Wir holen uns vom Internet ein bootbares Linux auf den USB-Stick und versuchen die fehlende Datei auf die Harddisk zu kopieren. Gesagt getan; d.h. es dauerte mindestens eine anderthalb Stunden für den Download und Installation des LINUX. Leider vergebene Mühe: Die Fileprotection des NTFS verhindert dieses Vorhaben hartnäckig.

2. Lösungsansatz
Wir benötigen unbedingt ein externes CD/DVD-Laufwerk mit Windows-Installations-CD und dazu ein Computerfachgeschäft. Im Telefonbuch gibt es viele davon, aber welches sollen wir wählen? In der Not fragen wir an der Reception nach. Und wir haben Glück, ganz in der Nähe gibt es einen Computer-Spezialisten, der auch bei PC Problemen auf dem Campingplatz zur Stelle ist.

Wir sind vorerst happy, packen unser ganzes Computer-Equipment in eine Tasche und marschieren los. "Russell Kennedy", so heisst der Fachmann, wohnt nur gerade 3 Gehminuten vom Campingplatz entfernt. Um es kurz zu machen, nach 1 ½ Stunden Arbeit haben wir es dann endlich geschafft und die beiden fehlenden Dateien NTLDR und NTDETECT.COM wieder an ihren gewohnten Platz kopiert. Mit FIXBOOT haben wir den MBR (master boot record) via DOS ebenfalls wieder hergestellt. Und siehe da, der PC bootet wieder normal.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Russel Kennedy. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich eine ganze Weile auf unseren Computer und somit auf die Reisetagebuch-Nachführung, Emails, Fotosicherung und vieles andere mehr verzichten müssen. Wir sind doch ziemlich von unserem "Compi" abhängig geworden. Dies wird einen erst richtig bewusst, wenn man keinen mehr hat.

Fazit
"Never touch a running system!" Andererseits ist Windows ein derart löchriges und fehlerhaftes Betriebssystem, dass man ohne regelmässige Patches leider kaum auskommt. Die Rechnung für den Aufwand sollte man eigentlich umgehend an Microsoft weiterleiten für ihr seit Jahren immer wieder unverantwortliches Handeln. Jedenfalls wird unser nächstes Betriebssystem nicht mehr Windows, sondern UNIX, Linux, Mac OS oder so heissen.

Mit dem öffentlichen Bus, welcher im 15 Minutentakt verkehrt, wollen wir in die City fahren. Wegen dieses unverhofften Vorfalls fällt unser erster Spaziergang in der City von "Perth" relativ kurz aus :-) Nachdem wir etwas ziellos durch die Fussgängerzone der Innenstadt geschlendert sind, genehmigen wir uns beim "Bell Tower" am Ufer des "Swan River" noch einen Cappuccino.


Hier befindet sich auch ein Riesenrad mit Aussicht auf die Skyline der City.


Entlang des "Swan River" spazieren wir zur Busstation zurück.

Den ganzen Abend hindurch gibt es, wie vorhergesagt, immer wieder Regenschauer. Obwohl "Perth" eher einen grünen Eindruck macht, ist dieser Regen bestimmt willkommen. Wir müssen unser Abendessen leider wieder einmal im Büssli zu uns nehmen :-(

Bummeln in Perth (WA) (Samstag, 21.3.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.

Gegen Mittag, nachdem unser Computerproblem gelöst ist, fahren wir wesentlich entspannter als gestern in die Innenstadt von "Perth". Das Wetter hat sich inzwischen auch wieder gebessert und so bummeln wir guter Laune durch die wunderschönen Shoppingstrassen in der Fussgängerzone.

Mittendrin in der City befindet sich der "London Court", eine schmale Einkaufspassage mit beidseitigen Stadttoren, die 1937 erbaut wurde und an die alten, europäischen Städte erinnert. Die vielen kleinen Shops und Cafés ziehen eine Menge Besucher an. Wir fühlen uns unverhofft in eine andere Zeit versetzt.


Besonders gefällt uns das Eingangstor zum "London Court".

Die vielen alten, aber gut erhaltenen Gebäude erinnern uns wiederum an die bisher besuchten, australischen Städte, wo alt und neu ebenfalls bunt gemischt ist.


Ganz speziell ist der alte klassische Vorbau beim Neubau des Gerichtsgebäudes, der vermutlich aus Heimatschutzgründen stehen gelassen werden musste.

Ebenfalls mitten in der Innenstadt, zwischen Geschäftshäusern eingebettet, steht die wunderschöne "St. George's Cathedral".


"I wonna see a cangaroo....", wenn nicht ein lebendes, dann wenigstens eine Skulptur davon.


Zur Feier des Tages (PC heil) genehmigen wir uns noch ein Softeis. Beim "Hungry Jack's" sind die Cones mit Softeis noch um einiges grösser als bei "McDonald's", trotzdem schmeckt es sehr gut und ist auch nicht teurer (nur 50 cents).


Bootsfahrt nach Fremantle (WA) (Sonntag, 22.3.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 1 – 4 Bf.

Es ist noch halb dunkel, als wir entlang dem "Swan River" flussaufwärts joggen. Noch ist der Fluss total glatt und es herrscht eine traumhaft schöne Morgenstimmung. Es ist ziemlich kühl und wir können bereits vereinzelt Nebelchen über dem Wasser ausmachen.


Wir wollen heute Morgen den ersten Bus in die Stadt erwischen und mit der Fähre "Golden Sun Cruises" eine Tagestour auf dem "Swan River" unternehmen. Die einstündige Fahrt bis "Fremantle", welches an der Flusseinmündung liegt, beginnt an der "Esplanade". Wir geniessen den Blick auf die Skyline, welche zwar nicht von der Morgensonne beleuchtet ist, dafür aber von der noch fast unberührten Wasseroberfläche reflektiert wird.


Schon bald entschwindet die City hinter dem "Kings Park Hügel" und wir bestaunen die vielen Villen und Yachthäfen entlang des Flusses, der hier eigentlich ein "Inlet" ist.


Hier an den schönsten Hanglagen wohnen die Reichen von "Perth".

Allerdings entpuppt sich der berühmte dunkelblau gefärbte "Swan River" als trübe grünliche Brühe mit Tausenden von Quallen. Zudem sehen wir auf der ganzen Fahrt nicht einen einzigen von den schwarzen Schwänen, die dem Fluss einst den Namen gaben. Dies hätten wir nun wirklich nicht erwartet. "Fremantle" selbst ist sehr touristisch mit unzähligen Cafés und Shops im Zentrum.

Die Innenstadt besteht vorwiegend aus vielen wunderschönen, gut erhaltenen Gebäuden aus dem vorletzten Jahrhundert, die den Strassen ein besonderes Flair geben.




Auch das Erstklasshotel "Esplanade" an der Hafenpromenade ist in diesem viktorianischen Stil erbaut.

Leider haben es die "Frementler" versäumt, diese wunderschönen Häuserzeilen vom Verkehr zu verschonen und eine einladende Fussgängerzone zu schaffen. Hundert Meter davon sind eindeutig zu wenig. Wirklich schade!

Das Hafengelände ist heute alles andere als menschenleer. Zu den Touristen kommen am Sonntag eben noch die Einheimischen.

Nichtsdestotrotz gefällt uns die Bootstour mit der "Goldenen Sonne" sehr gut.

Der Captain der "Golden Sun Cruises" ist nicht nur der Steuermann des Schiffes, sondern mit Leib und Seele auch Alleinunterhalter. Er hat treffende Sprüche drauf, so dass man immer etwas zum Schmunzeln hat. Besonders herzergreifend ist sein "Waltzing Mathilda Lied", welches er mit tränenden Augen zum Besten gibt.

Hier ein kleines Müsterchen:
"There are two good things in "Melbourne", one road to "Sydney" and one road to "Perth".

Diesem doch sehr zynischen Spruch können wir nur teilweise zustimmen. Er gibt zumindest auch unseren Eindruck wieder, den wir bei unserem Besuch von der Innenstadt erhalten haben. "Melbourne" war einst Anitas Lieblingsstadt. Sie hat immerhin fast 3 Jahre dort gelebt. Umsomehr war sie von den unliebsamen Veränderungen dort erstaunt und es hat sie auch etwas bedrückt. Dies betrifft allerdings nicht die Umgebung von "Melbourne", die wir infolge der herrschenden Waldbrände ja nicht besucht haben (siehe unseren Beitrag vom 16.2.2009).

Nach diesem kleinen Exkurs zurück zu "Perth" :-)
Bei der Rückfahrt spiegelt sich dann der dunkelblaue Nachmittagshimmel im Fluss und unsere Idealvorstellung von "Perth" ist wieder perfekt :-)

Inzwischen ist viel Betrieb auf dem Wasser, so dass der Captain öfters wegen Segelbooten und anderen Wasserfahrzeugen die Geschwindigkeit reduzieren muss.

Entlang des "Swan River" gibt es auch steile Küstenabschnitte mit Höhlen, die man vom Wasser her gut erreichen kann.

Allmählich wird die Skyline von "Perth" wieder grösser und wir kommen, zwar mit etwas Verspätung, aber wohlbehalten im Fährhafen an.


Unseren Bus haben wir leider verpasst. Und so haben noch etwas Zeit und schlendern im "Esplanade Park" herum. Die Busse fahren am Sonntag leider nur jede Stunde.

Das Riesenrad hatte heute Sonntag bestimmt Hochbetrieb. Der Standort mit Sicht auf die Skyline und den "Swan River" ist gut gewählt.

Das Weisse auf dem grünen Parkrasen ist nicht etwa Schnee, sondern eine riesige "Kakadu-Familie" beim Abendbrot. Wir wissen zwar nicht was sie fressen, aber es muss scheinbar reichlich vorhanden sein.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi, schön, wieder mal was von euch zu hören. Uebrigens, es gibt auch Leute, deren Herz hängt an Melbourne, an den grünen alten Strassenbahnen, am Yarra River, an der Silver Street, am Leben, das wir dort immer ein paar Wochen geniessen durften, an den Ausflügen ins Outback oder auf ein Hausboot, am Snowboarden am Mt. Buller usw. Wenn man dort lebt, geniesst man nicht nur die Touristenpunkte und Aussichtsplattformen, es gibt auch sehr viel Menschliches und Herzliches, das einen mit Melbourne verbindet. Somit noch etwas positives zu euren eher negativen Berichten über Melbourne, einer unserer Lieblingsstädten.
Liebe Grüsse
Marion und Günter

Anita und Heinz hat gesagt…

Hi Marion und Günter

Es tut uns leid, dass wir Eure Lieblingsstadt nicht auf Anhieb so liebenswürdig kennen gelernt haben, wie Ihr. Wir waren wohl auch zu wenig lange in dieser Stadt.

Was uns im Vergleich zu den vielen anderen Städten aufgefallen ist, sind die anteilsmässig viel zu vielen Asiaten und Schwarzen aus Afrika. Ausserdem gab es auch etliche herumlungernde Jugendliche in den Pärken und selbst vor Kirchen etc. Als Ihr das letzte Mal dort gewesen seid, mag das alles noch nicht so extrem gewesen sein. Zudem hatten wir von Melbourne einen ungewöhnlich hektischen Eindruck, was den Verkehr und auch die Menschen auf den Strassen betrifft.

Natürlich mag auch die extreme Trockenheit der letzten Monate dazu beigetragen haben, dass wir die Landschaft (auch den Yarra River) um Melbourne nicht so erlebt haben, wie Ihr es in Erinnerung habt. Es ist eben unser persönlicher momentaner Eindruck gewesen von dieser Stadt. Allerdings sehen wir dies entschieden nicht so extrem, wie eben dieser Captain aus Perth.

Vor allem betrifft dies nicht unseren guten Eindruck vom Besuch bei Euren lieben Verwandten in Malvern. Diesen werden wir bestimmt in bester Erinnerung behalten.

Herzliche Grüsse aus Perth

Anita und Heinz


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