Ausflug nach Cape Leveque, Broome (WA)
(Sonntag, 26.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 34 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.
Die Tagestour "Cape Leveque Adventure" mit "Kimberley Wild Expeditions" führt uns auf die faszinierende "Dampier Peninsula". Bereits um viertel vor sieben Uhr werden wir von einem 4WD-Kleinbus beim Campingplatz abgeholt.
Die ersten 14 km der Strecke bewegen wir uns noch auf asphaltierter Strasse. Erst dann folgen ca. 100 km "Gravel Road" und zu guter Letzt wieder 86 km Asphaltstrasse. Wir fahren also am heutigen Tag hin und zurück über 400 km weit.
Bedauerlicherweise hat der Ausbau der "Gravel Road" zu einer asphaltierten Strasse bereits begonnen (siehe Foto), erklärt uns der "James" unser Guide mit entgeisterter Stimme. Seine Tour wird mit dieser Veränderung bestimmt an Attraktivität verlieren.
Obwohl der 4WD-Bus gut gefedert ist, werden wir richtig durchgeschüttelt (well shaked, wie der Barkeeper sagt) und hin und her geworfen. Es ist ein aufregendes Erlebnis, aber nach den 200 km "Gravel Road" sind unsere Wirbelsäulen bestimmt ein paar cm kürzer :-)
Unsere Fahrt wird abrupt unterbrochen durch eine Raupenkarawane, die eben von einer auf die andere Strassenseite wechselt. Zum Glück hat sie "James" rechtzeitig bemerkt und gestoppt
Die Raupen orientieren sich an einem Seidenfaden, den die vorderste Leitraupe absondert.
Weiter geht's auf der mehr oder weniger ebenen "Gravel Road". Ab und zu muss "James" das Fahrzeug im Schritttempo durch den sandigen, weichen Untergrund bewegen.
Nach ca. zwei Stunden Fahrt folgt der erste Stop bei der "Beagle Bay Aboriginal Community", wo sich auch die "Beagle Bay Church" mit dem glitzernden Perlmuschelschalen Altar befindet, welche 1918 fertiggestellt wurde.


Hier nehmen wir auch im Schatten der Bäume den "Morning Tea" ein, welcher im Preis inbegriffen ist.

Die folgende Strecke bis kurz vor dem"One Arm Point", dem äussersten Punkt der Halbinsel, ist asphaltiert, so dass wir zügig vorankommen.
Unterwegs besuchen wir noch eine Fischzucht.
Hier wird auch der schmackhafte "Baramundi" gezüchtet.
Die Becken sind mit Meerwasser gefüllt und mit Korallen und anderen Meerestieren ausgeschmückt um den Fischen eine möglichst naturnahe Umgebung zu bieten.

Wunderschöne Muscheln werden vom anwesenden Manager zum Verkauf angeboten.
Anschliessend fahren wir zum "One Arm Point" und bestaunen dort die Flut, die eben in die "King Sound" einfliesst. Dieser Ort weist mit 12 m die zweithöchste Tide der Erde auf (Ebbe-Flut-Differenz). Mit 13 Personen haben wir etwa gleich viele Teilnehmer, wie auf unserer letzten geführten Tour auf dem "Murchison River".
Das Meer bewegt sich hier wie ein Fluss, so stark ist die Strömung.
Danach fahren wir weiter über Naturstrassen zu unserem Tagesziel "Cape Leveque".
In dieser fantastischen Bucht der "Kimberley-Küste" nehmen wir den Mittags-Lunch ein, den uns "James" gekonnt aus seinem Bus hervor zaubert. Der Name passt zufälligerweise zu seinem Butler-ähnlichen Job ;-)
Die nächsten zwei Stunden haben wir frei für uns, um zu Schwimmen, Schnorcheln oder auch einen ausgedehnten Spaziergang entlang der wunderschönen Küste oder zum nahen Leuchtturm zu unternehmen. WC und Dusche befinden sich gleich neben dem schattenspendenden Unterstand für den Lunch.


Ich entscheide mich spontan für den Spaziergang entlang der fantastischen Küste, die mit ihren typisch roten Felsformationen den westlichsten Ausläufer der "Kimberleys" bilden.

Zwischen den Felsen findet man auch die typischen Blumen, deren Ranken über weite Strecken im Sand verlaufen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie das Meer bizarre, beinahe kunstvolle Figuren und Formen aus dem relativ weichen, roten Fels herausarbeitet.
Bevor wir unseren Rückweg antreten, fährt uns "James" noch an den Weststrand, wo sich hohe Felsformationen aus dem weissen Sand abheben. Der rote Fels würde bei Sonnenuntergang noch weit mehr glühen, versichert uns "James" glaubwürdig. Leider werden wir dann bereits wieder auf der "Gravel Road" sein.

Dennoch ist der Anblick auch schon jetzt atemberaubend schön.


Die natürliche Bodenerosion formt in der "Wet Season" aus dem Fels kleine Minicanyons.
Anschliessend treten wir die ca. 200 km lange Rückfahrt an. Unterwegs besuchen wir noch die "Lombadina Community" und erhalten einen Einblick, wie die "Aborigines" hier leben. Die Missionskirche, vollständig aus Holz gebaut, ist sehr einfach gehalten.

Die einzigen "Aborigines", die wir zu Gesicht bekommen, können wir gerade noch in der Ferne verschwinden sehen.
In dem kleinen Dorf gibt es dafür wunderschöne, grosse Eukalyptus sogenannte "Ghostgum" zu bestaunen.
Auf der drei stündigen Rückfahrt über die "Gravel Road" erleben wir einen feurigen Sonnenuntergang.
Beim Kreuzen entgegenkommender Fahrzeuge sieht man erst mal gar nichts, ausser einer Staubwolke. Da heisst es besonders aufpassen auf Schlaglöcher. So richtig abenteuerlich wir es, wenn in der Abenddämmerung zwei Lichter auf einen zukommen.
Als Abschluss dieses wunderschönen und erlebnisreichen Tages halten wir mitten im dunklen Busch an und bestaunen den sternenreichen Südhimmel mit dem "Southern Cross".
Um halb acht Uhr werden wir von "James" vor unserem Campingplatz freundlich verabschiedet. Es ist ein wenig später geworden, als wir dachten und so gehen wir ein drittes Mal bei "Zanders" essen.
In Broome (WA) (Montag, 27.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 34 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.
Weil wir gestern Abend nach dem langen Tag doch ziemlich spät zu Bett gegangen sind, verlängern wir unseren Aufenthalt im schönen "Broome" um einen weiteren Tag auf 7 Tage ;-) So können wir uns heute stressfrei auf unsere nächste Etappe zum ca. 400 km entfernten "Fitzroy Crossing" vorbereiten.
Dies gibt uns ausserdem die Gelegenheit, am frühen Morgen nochmals an der "Cable Beach" joggen zu gehen, unser Reisetagebuch nachzuführen und unsere Vorräte zu vervollständigen.
Am Nachmittag sehen wir uns noch den "Deep Water Port" von "Broome" an, welcher sich an der "Roebuck Bay" befindet. Zurzeit liegt dort ein grosses Passagierschiff vor Anker.
broome68.jpg
Etwas weiter nördlich liegt der "Town Beach" mit einem kleinen Park. Ein grosser Teil des Strandes in der "Roebuck Bay" ist mit Mangrovenwäldern überwachsen.
Campingplätze in Australien
Gegenüber Europa haben die Campingplätze in Australien einen wesentlich höheren Standard. Jede Parzelle verfügt normalerweise über einen Frischwasseranschluss, einen Grauwasserabfluss und Stromanschluss mit FI-Absicherung. Dabei sind die notwendigen Leitungslängen minimal. Mit einem 10 m Kabel kommt man in der Regel aus. Zudem verfügen viele Plätze inzwischen über Internet-Anschluss via WLAN oder zumindest als Internet-Kiosk in der Rezeption oder Aufenthaltsräumen zu vernünftigen Preisen. Grössere Campingplätze verfügen oft über integrierte Shops mit den wichtigsten Lebensmitteln und Campingzubehör. Öffentliche Telefonkabinen der "Telstra" stehen oft in unmittelbarer Nähe der Campingplätze oder sind sogar darin integriert.
Die Sanitäranlagen sind ausschliesslich mit Sitzklosetts ausgerüstet, die Duschen verfügen über separate Dusch- und Ankleideteil mit Sitzbank. Die Leuchten sind vielerorts mit gelben Monochromleuchten versehen, um keine Insekten anzulocken. In den Waschküchen stehen meist zwei oder mehreren Waschmaschinen und Wäschetrockner (Tumbler) zur Verfügung. Mit A$ 3.00 pro Wäsche ist man dabei. Zum Trocknen gibt es zudem immer mehrere Wäscheleinen oder Stewis.
In den meisten Fällen gibt es einen oder mehrere "Dump Points" zur Leerung und Spülung der chemischen WCs. Allerdings ist uns aufgefallen, dass diese oft ebenerdig und nicht auf Arbeitshöhe, wie in Europa üblich, angebracht sind. Eine effektive Klosettspülung ist nicht vorhanden, lediglich ein Wasserschlauch.
Meistens stehen den Gästen auch Barbeques mit Gasheizung zur Verfügung, die gratis benutzt werden können. Ebenso selbstverständlich sind Gästeküchen mit reichhaltigem Inventar, wie Microwelle, Toaster, Kochherd, Tiefkühler, Kühlschrank, elektr. Wasserkocher, etc. Vielerorts haben wir auch TV-, Video, Aufenthalts- und Spiel-Räume angetroffen.
Darüber hinaus besitzen viele Plätze einen eigenen Swimmingpool. Vereinzelt haben wir sogar integrierte Tennisplätze und Minigolfanlagen angetroffen. Für die Kinder gibt es oft spezielle Spielplätze mit Geräten, wie Luftkissen (Jumping Pillows).
Die Plätze sind gut organisiert und die Zufahrtswege und Parzellen meist gut markiert. Und was für uns nicht unwesentlich ist, ab 22.00 Uhr ist überall Nachtruhe, die in den meisten Fällen auch respektiert und eingehalten wird. Eine Ausnahme bilden leider die Klimageräte der Caravans und Reisemobile, die der Australier gerne und ausgiebig einsetzt und die sind oft nicht eben leise.
Hundebesitzer haben es in Australien nicht leicht. Es gibt kaum noch Campingplätze, auf denen Hunde oder andere Haustiere erlaubt sind. Man stösst bei den Einfahrten oftmals auf die höfliche Anmerkung, "Sorry no pets".
Das Personal auf den australischen Campingplätzen haben wir überwiegend freundlich und hilfsbereit erlebt. Trotz hohem Ausrüstungsstandard liegen die Preise gegenüber Europa grundsätzlich tiefer. Und was Australienreisende nicht unwichtig ist, die Campingplatzdichte rund um Australien ist enorm hoch.
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Sonntag, 26. April 2009
Broome II (WA) (im Campervan)
Kategorien (Labels):
Australien
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