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Dienstag, 14. April 2009

Geraldton – Port Hedland VI (WA) (im Campervan)

In Tom Price (WA) (Dienstag, 14.4.2009)
Wetter: schön, heiss / Temp.: 31 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

"Tom Price" liegt auf 747 m.ü.M. und ist damit die höchst gelegene Stadt Westaustraliens. Sie ist Ausgangspunkt um die Eisenerzminen von "Pilbara", den "Kings Lake" oder eben den "Karijini National Park" anzuschauen. Dieser zweitgrösste Nationalpark Westaustraliens umfasst verschiedene Naturschönheiten, wie einige imposante "Gorges", spektakuläre Felsformationen, Wasserfälle und "Pools", die zum Schwimmen einladen.

Die Nacht auf dem Campground des "Nanutarra Roadhouse" war einigermassen ruhig und wir haben gut geschlafen. Bereits um acht Uhr fahren wir los. Gleich nach dem "Roadhouse" verlassen wir den "North West Coastal Highway" und biegen Richtung Osten ins Landesinnere ab. Die Landschaft wird allmählich wieder hügeliger und interessanter.

Hier wächst auch das typische Steppengras "Spinifex".

Allmählich tauchen am Horizont die ersten Ausläufer der "Hamersley Range" auf.


Wir entdecken in der kargen Graslandschaft sogar einige weidende Rinder.

Dazwischen fahren wir wieder über ausgedehnte Ebenen. Leider verschleiert sich der Himmel zusehends. Ein Tiefdruckgebiet ist im Anzug.

Dies stört die Vögel in dieser Gegend kaum. Hier sitzen ein Papagei und ein Magpie friedlich beisammen.

Nach etwa 220 km müssen wir leider nach rechts in Richtung "Paraburdoo" abbiegen. Die direkte Strassenverbindung nach "Tom Price" über 78 km ist bedauerlicherweise nicht geteert und nur für 4WD-Fahrzeuge geeignet. Und so fahren wir eben den mit 131 km fast doppelt so weiten Umweg.

Diese Strecke ist indessen nicht weniger interessant. Die dunkelrot gefärbten Felsen weisen auf eisenhaltiges Gestein hin.

Bei unserer Einfahrt in den Talkessel von "Tom Price" ist der Himmel schon ziemlich bedeckt

Nach einem kurzen Einkauf lassen wir uns auf dem einzigen Campingplatz im Ort, dem "Tom Price Tourist Park", nieder. Leider liegt dieser 3,3 km ausserhalb des Dorfes, so dass wir ohne unser Büssli nur schlecht ins Dorf gelangen können. Der Campingplatz ist hingegen mit komfortablen Rasen- und Betonplatten-Standplätzen ausgestattet.

Auf unserer Parzelle werden wir von der anwesenden Vogelschar freundlich empfangen. Die "Red Galaahs" sind hier aussergewöhnlich zutraulich und fressen uns aus der Hand.

Wir haben noch Vogelfutter übrig von unserem Besuch der "Billabong Sanctuary" bei "Townsville".

Obwohl die "Red Galaahs", wie auch andere Papageien, sehr gesellige Vögel sind, wenn's ums Essen geht, sind auch sie "Schnäderfressig" und streiten um jedes Körnchen.

Nach den Vögeln nähert sich uns ungeniert ein "Wallabi Pärchen" und lässt sich sogar von uns füttern.


Selbst vor Kindern zeigen sie keine Scheu. Sie sind wohl an die Campingplatzbesucher gewöhnt.


In der Eisenerzmine von Pilbara, Tom Price (WA) (Mittwoch, 15.4.2009)
Wetter: heiter bis bewölkt / Temp.: 28 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Bereits am frühen Morgen sind wir wieder von Vögeln der verschiedensten Art umgeben, die gerne etwas von unserem Frühstück abkriegen möchten. Hier ein paar Kakadus bei der Morgentoilette.

Die Eisenmine wurde 1962 von "Thomas Moore Price", einem Amerikaner entdeckt. Die Eisenerzmine von "Pilbara" ist inzwischen eine der grössten der Erde und beschäftigt ca. 900 Arbeiter. Sie kann leider nur mit Führung besichtigt werden und so haben wir im "Visitor Center" eine 2-stündige Tour gebucht. Mit langen Hosen und gutem Schuhwerk stehen wir um 09.30 Uhr vor dem "Visitor Center" bereit. Schutzhelm und Brille erhalten wir vom Veranstalter.

Wozu die Schutzbrille und der Helm getragen werden muss, haben wir nicht herausgefunden. Der Fahrer legt uns zudem nahe, die Sicherheitsgurten jederzeit anzulassen, ansonsten drohe uns A$ 120.00 Strafe. Uns scheint ohnehin, dass Australien vom einst freiheitlich denkenden Land leider immer mehr den USA nacheifert. So viele Sicherheits-Hinweise und -Vorschriften, wie hier, haben wir selten gesehen. Es herrscht hierzulande ein richtig gehender Sicherheitsfimmel.

Als wir beim einzigen "Lookout" endlich aussteigen dürfen, sind wir praktisch wie Gefangene von Maschendrahtzaun umgeben. Die Minenleitung hat uns ausserdem noch einen Aufpasser mit Fahrzeug mitgeschickt, der uns laufend voraus fährt. Wirklich befremdend.

Wenigstens ist Fotografieren nicht verboten :-) Besonders beeindruckend sind die gewaltigen Trucks zur Beförderung des Eisenerzes, hier im Verleich zu einem normalen PKW.


So ein Truck verfügt über imposante Leistungsdaten:

  • Reifendurchmesser ca. 3.00 m
  • Leergewicht: 200 Tonnen
  • Zuladung: 200 Tonnen (bzw. 113 m3)
  • Dieselverbrauch 20 Liter / km (bzw. 2000 Liter / 100 km)

Der Mensch schaut im Vergleich zu diesen Riesentrucks geradezu winzig aus.


Selbst unser Reisebus von über 3 m Höhe schaut daneben wie ein Spielzeugauto aus, obwohl der Truck einen platten Vorderreifen aufweist. Die Reifen sind etwa so hoch wie der gesamte Bus!

Der Abbau des Erzes geschieht im Tagbau mit Sprengstoff und Riesenbaggers.

Ein wesentlicher Teil des Berges ist hier bereits abgetragen. Sobald diese so genannten "Pits" ausgeschöpft sind, werden sie mit Schutt wieder zugeschüttet.

Typisch für diese Abbauart sind die Terrassen, auf denen die Transportfahrzeuge in die Grube hinunter fahren können.

Die ganze Gegend schaut aus, wie wenn sie in rote Farbe getaucht worden wäre. Selbst die Stämme der Bäume und Büsche sind vom Eisen rötlich gefärbt.


Das Eisenerz wird für den Transport zerkleinert und anschliessend mit Förderbändern auf Eisenbahnwagen verladen.


Mit langen Eisenbahnzügen geht die schwere Ladung nach "Port Hedland" zur Verschiffung.

Die ganzen Abbauanlagen verschlingen eine Unmenge an Energie in Form von Gas, Diesel und elektrischem Strom, die über lange Strecken in diese abgelegene Region geführt werden müssen.

Die Tour in die "Eisenerzmine von Pilbara" war sehr eindrücklich, auch wenn ein wenig die Sonne gefehlt hat, um die Terrassen plastischer erscheinen zu lassen.

Anschliessend unternehmen wir noch einen kleinen Abstecher zum "Kings Lake". Dieser kleine Stausee mit Picknick-Aera liegt nur einen Kilometer vom Campingplatz entfernt.

Auf dem Campingplatz werden wir, von den "Red Galaahs" förmlich umlagert, weil zurzeit nur wenig Gäste da sind.



Im Tom Price (WA) (Donnerstag, 16.4.2009)
Wetter: regnerisch / Temp.: 24 Grad / Wind: 1 – 2 Bf.

Um den "Karijini National Park" zu besichtigen benötigen wir trockenes und möglichst sonniges Wetter. Leider macht uns die unbeständige, regnerische Wetterlage ein wenig Sorgen. Wir haben uns deshalb entschlossen, noch einen weiteren Tag auf dem Campingplatz in "Tom Price" zu verweilen, weniger, weil uns die Ortschaft so gut gefällt, sondern weil es sich auf einem Campingplatz mit guter Infrastruktur einfach besser leben lässt, als draussen im Busch des Nationalparks.

Gleich hinter dem Campingplatz beginnt die "4WD Gravel Road" hinauf zum "Mt Nameless". Es führt auch ein "Walk Trail" hinauf auf dieser 1128 m.ü.M. hohen Bergrücken


Und so montieren wir unsere "Walking Shoes" und marschieren los. Der Hin- und Rückweg wird mit ca. 3 bis 4 Stunden angegeben. Mal sehen, ob's stimmt. Durch die eisenhaltige Erde erhält die Natur aussergewöhnlich kontrastreiche Farben.

Die Blätter dieser "Mulga Büsche" schimmern richtiggehend bläulich.

Das Gelb und Grün des "Spinifex Grases" kommt mit dem roten Fels besonders zur Geltung.



Einen zweifarbigen Baumstamm haben wir bis jetzt noch nie gesehen.

Das Eisenerz kann man hier auch ohne spezielle geologische Kenntnisse gut erkennen. Die Gesteinsschichten sind von Rot über Dunkelrot bis Schwarz gefärbt.


Durch steile Felsklippen kraxeln wir auf den Rücken des "Mt Nameless" hoch.

Und überall wächst das "Spinifex" :-)


Bereits auf halber Höhe ist die Aussicht auf die umliegende Hügellandschaft eindrücklich.

Nach einer guten Stunde sind wir auf dem Gipfel angelangt. Die Nachbarspitze wird von den Telekommunikations Antennenanlagen der "Telstra" überragt.

Tief unter uns liegen die Eisenerzminen mit ihren umfangreichen Produktionsanlagen.


Auf dem höchsten Punkt thronen zwei seltsame Statuen ;-)


Wir begrüssen kurz unsere Campingnachbarn, die derweil mit ihrem 4WD auf den "Mt Nameless" hochgefahren sind. Danach gehen wir zu Fuss den gleichen Weg wieder zurück nach unten.

Nach weiteren dreiviertel Stunden sind auch wir wieder wohlbehalten am Campingplatz angelangt mit einem kleinen Unterschied zu unseren Nachbarn: Wir haben dabei etwas Gewicht verloren und sie wahrscheinlich etwas Gewicht zugelegt :-)

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