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Mittwoch, 8. April 2009

Geraldton – Port Hedland IV (WA) (im Campervan)

CarnarvonCoral Bay (WA) (Mittwoch, 8.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 38 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.

Weiter geht unsere Reise in Richtung Norden. Mit jeder Etappe wird es jetzt ein wenig heisser. Wir bewegen uns schon seit einiger Zeit im subtropischen Buschland- und Wüsten-Klimazonen. Auch im obersten Norden, wo wir in die tropische Klimazone gelangen werden, ist die Regenzeit allmählich vorbei (war natürlich von uns in die Reiseplanung mit berücksichtigt worden ist :-)

Die Strecke von "Carnarvon" nach "Coral Bay" führt mehrheitlich durch flaches, ödes Wüstenland. Erst kurz vor unserem Ziel wird es etwas hügeliger und auch buschiger.


Wir kommen an etlichen Termitenhügeln vorbei, die bereits eine beachtliche Grösse aufweisen. Ganz im Norden sollen diese erstaunlichen Bauwerke noch mächtiger sein.


In "Coral Bay" beziehen wir auf dem Campingplatz "Bayview Coral Bay" eine Parzelle inmitten grüner Wiesen. Das Wasser für die Bewässerung wird hier aus 830 m Tiefe heraufgepumpt

Die Ortschaft besteht lediglich aus zwei Campingplätzen, einem Hotel/Motel, zwei kleinen Shoppingcenters, drei Cafés und natürlich der wunderbaren Küste mit dem bekannten "Ningaloo Reef", weswegen die Meisten hierher kommen.


Das "Ningaloo Reef" liegt wesentlich näher an der Küste als etwa das "Barrier Reef". Wir können den Rand des Reefs mit der beginnenden Dünung mit blossem Auge erkennen.



Schnorcheln in der Coral Bay (WA) (Donnerstag, 9.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 34 Grad / Wind: 1 – 4 Bf.

In der Nacht hat es nicht unter 24 Grad abgekühlt. Am Morgen ist trotzdem alles nass vom vielen Tau. Unsere Markise tropft, als ob es regnen würde. Die Luftfeuchtigkeit ist überraschend hoch und rührt vom nahen Meerwasser her, welches die Halbinsel ähnliche Küstenlinie von "Coral Bay" umgibt.

Die Flut gibt der "Coral Bay" Landzunge eine völlig andere Form und der gestern noch breite Sandstrand verschwindet praktisch gänzlich, also nichts zum Joggen. So geniessen wir das angenehm warme (ca. 27 Grad) und klare Wasser in der nahen Bucht und schwimmen ein paar hundert Meter, anstatt zu Joggen.

Wie uns ein Australier erklärt, sei der Strand vor einigen Tagen gesperrt gewesen, weil ein Krokodil gesichtet worden sei. Warntafeln am Strand weisen auf diese mögliche Gefahr hin. Und so halten wir bei unseren Schwimmübungen immer nach möglichen Krokodilen, Riffhaien und Stachelrochen Ausschau ;-)

Nichtsdestotrotz haben wir für heute eine 3-stündige Schnorcheltour mit "Coral Bay Ecotours" gebucht.

Unser Ausflug mit einem Glasbodenboot beginnt aber erst um 12.30 Uhr. So haben wir noch den ganzen Morgen Zeit, um unsere Schnorchelausrüstung zu vervollständigen. Als Sonnenschutz benötigen wir noch ein zusätzliches UV-beständiges "Lycra-Shirt", welches wir in einem der drei Boutiquen nachkaufen.

Nach einem kurzen Lunch zur Stärkung (wir wollen möglichst lange im Wasser verweilen können) besteigen wir das Glasbodenboot, welches direkt am Sandstrand vor Anker liegt.

Wir sind eine kleine Gruppe von 13 Personen aus verschiedenen Ländern (Australien, Frankreich, Holland und der Schweiz) plus eine Zweimannbesatzung, die uns an die schönsten Plätze in der "Coral Bay" hinführt.



Die beiden Ersatzsteuerleute haben unverzüglich auf dem Oberdeck Platz genommen ;-)

Dann kann's ja losgehen. Wir fahren über die seichte Bucht hinaus zum Riff, im Hintergrund den Strand von "Coral Bay".

Wir steuern den ersten Spot mit Wasserschildkröten an. Zu fotografieren sind diese ruhigen Schwimmer ohne Unterwasserkamera kaum. Durch das Fenster im Boden sehen wir jede Menge Fische. Die schönen Farben werden vom Grün des Wassers leider verschluckt.



Beim nächsten Halt werden die Schnorchel und Flossen verteilt und dann tauchen wir ab in die wunderschöne farbige Unterwasserwelt.


Derweil füttert unser Steuermann die Fische, so dass grosse und kleine Fische sich um die Köstlichkeiten an der Wasseroberfläche raufen.



Unter Wasser ist die Farbenvielfalt noch wesentlich grösser. Man kommt sich vor, wie in einem riesigen Aquarium.



Auch die Korallen mit ihren wunderschönen Farben und verschiedenartigen, filigranen Formen ziehen uns magisch an.

Beim nächsten Spot ist der Fischreichtum noch grösser. Mangels einer Unterwasserkamera sieht man die Fische eben nur von oben ;-)

Es gibt auch andere Möglichkeiten um die "Coral Bay" zu erkunden.

Obwohl das Wasser relativ warm ist, fängt selbst die grösste Wasserratte ohne Neoprenanzug irgendwann zu frieren an. Nach drei Stunden fahren wir zurück zum Ausgangspunkt, vorbei an den drei Windgeneratoren, die für den Strom in "Coral Bay" sorgen.


Seltsamerweise hat keiner von den Gästen das Keks- und Küchenbuffet angerührt, welches die "Crew" vorbereitet hat. Erst als wir uns beim Aussteigen ein Stück angeln, fallen die andern über die Köstlichkeiten her :-)

Nur einfach zum Baden nach "Coral Bay" zu fahren, wäre wirklich schade gewesen. Wir sind froh, diese Rundfahrt bis zum "Ningaloo Reef" mit "Coral Bay Ecotours" gemacht zu haben. Ein Sonnenuntergang als Abschluss des schönen Tages darf natürlich nicht fehlen.

Beim Einnachten entsteigt aus einem 4WD-Wagen mit Anhänger eine 6-köpfige Familie. Im Nu entsteht auf unserer Nachbarparzelle eine beachtliche Zeltstadt. Man merkt auch hier, dass das Osterwochenende mit den Osterferien bevor steht und Familien die Campingplätze allmählich füllen. Die benachbarten vier Parzellen scheinen durch eine Familiensippe zu belegt zu sein, mit Grosseltern, Eltern und ihren Kindern.


In Coral Bay (WA) (Karfreitag, 10.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 32 Grad / Wind: 1 – 3 Bf.

Trotz ziemlich belegtem Campingplatz haben wir gut geschlafen, denn es war die ganze Nacht hindurch bemerkenswert ruhig. Was wesentlich mehr stört, sind die vielen bellenden Hunde, die sich gegenseitig aufpuschen. Dieser Platz ist einer der wenigen Campingplätze, wo Hunde überhaupt erlaubt sind. Für uns absolut unverständlich: Trotz Leinen-Pflicht auf dem Campingplatz laufen etliche Hunde frei herum und erledigen ihre Geschäfte. Wie lange werden auf diesem Campingplatz wohl noch Hunde erlaubt sein?

Heute Morgen sind die Kinder hier auf dem Platz auf Ostereiersuche. Anscheinend findet dieser Brauch in Australien nicht an Ostern selbst, sondern bereits am Karfreitag statt. Der Karfreitag, "Good Friday", wie er hier genannt wird, ist denn auch der höchste christliche Feiertag des Landes.

Heute legen wir wieder mal einen sogenannter "recovery and recreation day" ein. Wäsche waschen am Karfreitag ist hier kein Tabu. Anita ist jedenfalls nicht die Einzige :-)

Darüber hinaus vergnügen wir uns im erfrischenden Wasser der "Coral Bay". Anita hat ihre Schnorchelausrüstung dabei. Selbst unweit des Ufers können wir damit grosse Fische und sogar einen Stachelrochen beobachten.

Nebst einer Bootsfahrt, wie wir sie gestern unternommen haben, gibt es weitere Alternativen, um in versteckte Buchten zu kommen, wie zum Beispiel eine geführte "Quad-Tour",

oder für eher sportliche Touristen eine Paddelboot-Tour bis zum "Ningaloo Reef" hinaus.

Eigentlich wollten wir am Nachmittag einen Spaziergang entlang des Südweststrandes unternehmen. Wegen der gerade herrschenden Flut entschliessen wir uns dann doch für einen Cappuccino im "Fin's Café". Wir sind ja flexibel :-)

Inzwischen wird unser Campingplatz immer voller; unsere Parzelle ist sozusagen eingekreist von Zeltburgen. Die Australier scheuen keine Mühe und haben ihre Boote immer dabei. Dies ist keineswegs ein Einzelfall.

Am Abend klappt es mit dem Spaziergang am Südweststrand dann doch noch, und wir erleben einmal mehr einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Dass wir an diesem Traumstrand nicht das einzige Pärchen sind, welches diesem Naturschauspiel beiwohnt, versteht sich von selbst :-)

Heute ist Vollmondnacht. Der gelbe Geselle lässt sich Zeit und steigt erst als es dunkel geworden ist über dem östlichen Horizont auf.

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