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Donnerstag, 2. April 2009

Geraldton – Port Hedland II (WA) (im Campervan)

Canoe the Gorges, Kalbarri (WA) (Donnerstag, 2.4.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 32 - 40 Grad / Wind: 5 – 7 Bf.

Heute stehen wir früh auf, denn bereits um 07.45 Uhr werden wir von unserem Guide "Davo" mit seinen 4WD-Bus vor dem Campingplatz abgeholt. Diese Tagestour von "Kalbarri Adventure Tours" führt tief in den Nationalpark hinein, in einen total unberührten Abschnitt des "Murchison River" und ist nur mit 4WD Fahrzeug zu erreichen, wie unser bestens ausgerüsteter Offroad-Bus.

Diese fantastische Tour ist allerdings nur sportlichen Leuten zu empfehlen, denn nebst einer einstündigen Wanderung durch den Busch und über Stock und Stein in die Schlucht des "Murchison River" hinunter, gilt es auch noch eine ca. zwei bis dreistündige Paddeltour Fluss ab- und aufwärts durchzustehen. Schlussendlich klettert man vom Fluss direkt über die teilweise steilen Felswände empor und schlängelt sich durch unwegsames Buschland bis zum Bus durch. Dies alles bei bis zu 40 Grad Lufttemperatur und immer mit Fliegenbegleitung, versteht sich :-)

Unsere Gruppe besteht glücklicherweise aus nur 9 Personen (5 Australier plus 4 Europäer).

Nachdem alle Teilnehmer eingesammelt sind, fahren wir in Richtung Nationalpark los, zuerst auf einer normalen Teerstrasse. Dann nach dem offiziellen Eingang zum Nationalpark brettern wir mit ca. 80 km/h über die "Gravel Corrugated Road" (Wellblechpiste) mitten durch den Busch bis zum 30 km weit entfernten "The Loop", einem ersten Lookout mit Sicht auf den "Murchison River".


Die Möbel in unserem Büssli hätten sich nach dieser Fahrt wahrscheinlich selbständig gemacht ;-)

Auf einem "Walking Track" geht's zum "Nature's Window", welches auf allen Katalogen der Gegend abgebildeten ist. Ein Familienfoto mit Durchblick auf den River darf selbstverständlich nicht fehlen.

Der Ausblick auf imposanten Felsflanken, die der Fluss im Laufe der Millionen heraus gewaschen hat ist hier besonders eindrucksvoll.


Beim nächsten Lookout "Z-Bend Lookout" liegt bei einer der vielen Flusswindungen. Der dunkelblaue Morgenhimmel spiegelt sich hier im "Murchison River" besonders eindrücklich als Kontrast zu den rötlich gefärbten Felsflanken.


Bei einem Rastplatz des Nationalparks machen wir einen kurzen Halt. "Davo" hat für uns einen Fruchtsaft mit hausgebackenem Cake vorbereitet.

Weiter geht's mit unserem 4WD-Büssli. Nach ein paar Kilometer trauen wir unseren Augen nicht, als "Davo" in ein schmales durch eine Schranke versperrtes Seitensträsslein einbiegt.

Nun erleben wir hautnah, was "off road" fahren heisst. Im Schritttempo geht's einen gerade mal fahrzeugbreiten, steinigen "Offroad Track" entlang mitten durch das Buschwerk bis an die Kante der "Gorge" (Schlucht). Das Fahrgestell ächzt und die Reifen quietschen jämmerlich unter den unwuchtigen Gesteinsbrocken. Unsere Körper werden wie Federbälle umher geworfen.

Nach einer Viertelstunde haben wir und insbesondere unsere Rücken die Hinfahrt heil überstanden. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie es sein würde, einige Tausend Kilometer mit einem 4WD durch das "Outback" durchzustehen.

Ausgerüstet mit GPS, Rücksack mit Lunch und viel Trinkwasser marschieren wir los. Der Abstieg in die Schlucht dauert etwa eine halbe Stunde.



Dann stehen wir endlich am Ufer des "Murchison River", dessen glasklares Wasser sich kaum sichtbar in Richtung "Indischen Ozean" bewegt.

Eine weitere halbe Stunden kraxeln wir dem linken Ufer entlang bis zum Versorgungsplatz mit den Kanus.



Der Versorgungsplatz ist gut gewählt. Er liegt vor Witterung gut geschützt unter einem mächtigen Felsvorsprung.

Schwimmweste und wasserdichte Beutel für das Essen und die Fotoausrüstung liegen in Kisten bereit. Sie werden durch den Veranstalter zur Verfügung gestellt. Überhaupt ist alles super organisiert.


Glücklicherweise sind die Paddelboote stabil und nicht so kibbelig wie Wildwasserkanus. Meine Kanu-Erfahrungen, die ich vor ca. 30 Jahren mit einem Kanadierzweier gemacht hatte, waren nicht eben toll. Ich habe selten so gefroren, wie damals, als wir nach einer Doppelwalze in der "Thur" bei nur 8 Grad Wassertemperatur und Schneetreiben umgekippt waren und ich mich anschliessend tüchtig erkältet hatte ;-)

Pärchenweise paddeln wir relativ locker den Fluss hinunter unterstützt vom fliessenden Wasser und leichtem Rückenwind. Wir ahnen schon, dass es am Nachmittag bei der Rückfahrt zum Ausgangspunkt nicht mehr so einfach sein wird.

Die rötlich gefärbten Felsflanken der "Murchison Gorge" zusammen mit dem Grün der Eukalyptusbäume und dem ultrablauen Himmel von Westaustralien ist ein unvergesslicher Anblick.

Der stark geschichtete Fels schimmert, je nach Art der Mineralien, in den verschiedensten Farbtönen von Rot bis ins Bläuliche hinein.

Plötzlich erblicken wir zwei Kangaroos, die beinahe wie Ziegen behände die steinigen Flanken empor hopsen. Kurz danach entdecken wir ein paar wilde Ziegen, die sich eben am Fluss den Durst gestillt haben. Es herrscht hier in dieser Gegend eine richtige Wildziegenplage. Sie vermehren sich fast explosionsartig, obwohl jedes Jahr Tausende abgeschossen werden.

Die Landschaft ist hier wirklich noch urtümlich, weil kein Weg oder gar eine Strasse in dieses Teilstück des "Murchison River" führt.

Der Fluss selbst hat hier nur eine geringe Strömung. Und so geniessen wir die Stille, die nur durch das klatschende Geräusch eines Paddels ab und zu unterbrochen wird.

Nach ca. 5 km erreichen wir ein Flussbecken, wo wir an Land gehen und Lunchtime machen.


Anschliessend fahren wir wieder flussaufwärts. Der Gegenwind macht uns mehr zu schaffen als die leichte Strömung. Ein gehöriger Muskelkater am nächsten Tag ist uns gewiss.

Am Versorgungsplatz angelangt, gibt's zunächst ein erfrischendes Bad.

Dann machen wir uns für den Aufstieg bereit.

Und dieser führt in beinahe senkrechter Linie über die Felsflanken hinauf auf die Buschebene. Unser Guide "Davo" steht uns bei schwierigen Felsklippen mit Rat und Tat zur Seite.

Der Fels ist teilweise sehr brüchig. Vorsichtig kraxeln wir in die Höhe.


Ab und zu werfen wir einen ehrfurchtsvollen Blick zurück ins Flusstal.

In dieser windgeschützten Seitenschlucht herrschen bestimmt gegen 40 Grad Celsius.

Das Pärchen aus Sydney ist ebenso von der skurrilen Landschaft beeindruckt wie wir.

Auch die Jüngste unter uns, ein 11-jähriges Mädchen findet die Felshöhlen ausgesprochen lässig.

Allmählich wird der Pfad wieder weniger steil und wir kommen gut voran.


Dann endlich haben wir den Busch erreicht und es geht kreuz und quer zwischen den Büschen hindurch, an Termitenhügeln vorbei, in Richtung 4WD-Bus.


"Davo" führt uns wohlbehalten wieder zurück ins 30 km entfernte "Kalbarri". Es war ein anstrengender, aber unvergesslicher Tag für uns alle.

Als Abschluss dieses erlebnisreichen Tages essen wir in einem der Strandrestaurants einen guten Fisch und dieser schmeckt uns heute besonders gut :-)

In Kalbarri (WA) (Freitag, 3.4.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 38 Grad / Wind: 3 – 5 Bf.

Der Tag beginnt mit beachtlichen 24 Grad und das Thermometer schiesst förmlich nach oben. Um 09.00 Uhr messen wir bereits 29, um 10.00 Uhr 34 Grad. Es scheint ein Rekordwärmetag zu werden. Um es gleich vorweg zu nehmen, es werden heute Nachmittag satte 38 Grad sein, am Schatten gemessen.

Die dunklen Pferde in der grellen Sonne tun einem wirklich Leid. Aber anscheinend macht es ihnen weniger aus als uns.


Wir jedenfalls sind den ganzen Tag hindurch auf der Suche nach Schatten.

Trotzdem unternehmen wir noch einen kurzen Ausflug auf die Anhöhen hinter "Kalbarri". Wir können von dort die Flusseinmündung gut erkennen.

Per Zufall entdecken wir dann den kleinen, aber für "Kalbarri" sicher nützlichen Flughafen. "Perth" liegt immerhin 650 km von hier entfernt.

Wir bereiten uns heute auf unsere Weiterreise vor, was bedeutet: Wäsche waschen, Einkaufen, Diesel tanken, Reisetagebuch im Internet aktualisieren usw. Ansonsten haben wir heute nur einen Wunsch: Abkühlung im Meer oder in unserem Swimmingpool.

Dank der sehr warmen Luft erleben wir heute einen weiteren farbenfrohen Sonnenuntergang, hier in drei Phasen festgehalten.



Der Fisch im Strandrestaurant von gestern hat uns so sehr geschmeckt, dass wir uns quasi als Abschluss unseres "Kalbarri-Aufenthalts" nochmals einen Besuch gönnen. Von unserem Tisch aus haben wir ungefähr dieses grandiose Bild der Dämmerung vor uns.

Nach dem heissesten Tag, ist auch der Abend einer der lauesten, seit wir in Australien sind. Um neun Uhr messen wir immer noch 30 Grad.

Goodbye "Kalbarri"...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hi, da haben wir ja am gleichen Tag viel erlebt. Wir waren im Everglades Nationalpark mit dem Airboot unterwegs und haben viele Alligatoren bestaunt. Auf dem Parkplatz stand ein Auto, er sass drinnen und hat was gelesen, sie sass auch drinnen, hatte die Tür offen und ein Bein raushängen lassen, und wir haben beobachtet, wie ein Gator aus dem Flüssli kam, den Parkplatz überquerte, unter jenem Auto durchkroch, direkt am Bein der Frau vorbei. Die zwei haben nichts bemerkt, bis ich gerufen habe, sie solle ihren Fuss einziehen. Also dann, read from you later, Alligator.
Lg Marion and family


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